Weiblichkeit leben? Wie geht das eigentlich?

Wir leben im 21. Jahrhundert:

Frauen sind frei, gleichberechtigt und emanzipiert.

Wo Du auch hinschaust:

Überall Frauen, die frei, glücklich und voller Lebensfreude durch die Welt gehen und ihr Ding machen. Frauen, die das Leben genießen, die mühelos Karriere, Familie und Freizeit unter einen Hut bekommen, großartigen Sex haben und ihren Körper lieben.

Frauen, die ihre Weiblichkeit leben und feiern.

So viel Freiheit und Gleichheit und Lebensqualität. Nicht!

Seit fast fünfzehn Jahren bin ich ein Coach für Menschen, die die Liebe suchen. Und dabei stelle ich immer wieder fest, dass jemand keinen Partner finden oder keine Partnerschaft etablieren kann, ist oft nur „die Spitze des Eisberges“. Denn oft ist das nur ein „Symptom“ für etwas ganz anderes, viel größeres. 

Und gerade bei Frauen fällt es besonders auf: Viele meiner Klientinnen sind gut ausgebildet, beruflich erfolgreich, gutaussehend…. und einsam. Es scheint, als ob das ganze Gedöns über „emanzipiert und gleichberechtigt sein“ nichts bringen würde, ausser Stress und Einsamkeit.

Oberflächlich gesehen sind diese Frauen frei und erfolgreich.

Doch was liegt darunter?

Wo ist das Problem?

Schauen wir wirklich hin, finden wir:

Frauen, die müde sind.
Frauen, die schlecht gelaunt sind.
Und noch mehr Frauen, die einsam, verzweifelt, überfordert sind:

 

Überfordert damit, dass sie Karriere, Familie und Freizeit mühelos unter einen Hut bringen sollen. Einen Hut, der ihnen nicht steht, der immer zu klein oder zu groß ist und der einem beim nächsten Windstoß sowieso vom Kopf weht.

Überfordert, weil sie so oft das Gefühl haben, zwischen hundert Stühlen zu stehen und keiner davon der richtige ist.

Überfordert vom ständigen Leben im Spannungsfeld zwischen alten und neuen Rollenvorbildern, zwischen dem Anspruch an ein modernes, emanzipiertes Leben und der Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe, zwischen Perfektionismus und Selbstkritik und ständig im Zweifel.

 

Wie soll sie denn nun sein? Die emanzipierte Frau von heute?
Frauen sind die Meisterinnen der überzogenen Selbstkritik, sage ich gerne in meinen Seminaren. Und ich frage mich, wann sich das endlich ändert.
  • Wann werden wir aufhören, uns selbst ständig fertig zu machen, weil unser Körper nicht in jedes Teil von H&M hineinpassen will?
  • Wann werden wir aufhören, über unsere Brüste zu meckern, weil sie in Form oder Größe nicht dem entsprechen, was wir als „richtig“ oder „schön genug“ empfinden?
  • Wann werden wir aufhören, uns über unser Äußeres zu definieren und endlich akzeptieren, dass wir schön sind – und dass wir gut genug sind?
  • Wann werden wir aufhören, uns im Beruf als Mann zu verkleiden, um angenommen zu werden? Warum glauben wir immer noch, dass wir unsere Weiblichkeit in „Hosenanzüge“ hüllen müssen, um davon abzulenken, dass wir weiblich sind? Warum versuchen wir überhaupt so oft davon abzulenken, weiblich zu sein?
  • Wann werden wir aufhören in ständiger Angst zu leben, dass zu viel „Weiblichkeit“ nicht emanzipiert ist und zu viel Erfolg nicht weiblich ist und wir immer wieder glauben, etwas „beweisen“ zu müssen?
  • Wann werden wir aufhören, uns klein zu machen, wenn wir gefallen wollen?
  • Wann werden wir aufhören, uns falsch zu fühlen, wenn wir den Ansprüchen von Menschen nicht genügen, mit denen wir eigentlich sowieso nichts zu tun haben wollen?
  • Wann werden wir endlich lernen, einem Mann klar zu signalisieren, was wir wollen und was nicht?

Denn eine Sache, die sehe ich immer wieder:

Angst

Die Angst, nicht gut genug zu sein. Die Angst zu gut sein.

Die Angst, nicht schön genug zu sein.

Die Angst abgelehnt zu werden.

Die Angst nicht akzeptiert zu werden.

Die Angst eine Chance zu verpassen.

Die Angst zickig zu wirken.

Die Angst, übervorteilt zu werden.

Die Angst, nicht ernst genommen zu werden. Die Angst, zu ernst genommen zu werden.

Die Angst, sich für den oder das falsche zu entscheiden.

Die Angst, den „Richtigen“ zu verpassen oder verpasst zu haben.

Die Angst, die Eltern zu enttäuschen.

Die Angst, keinen Mann abzukriegen.

Die Angst, den nächsten Karriereschritt zu versäumen.

Die Angst, keine Kinder zu bekommen.

Die Angst, eine schlechter Mutter zu sein.

Die Angst, eine schlechte Tochter zu sein…

Und all das sind nicht die Ängste von irgendwelchen Frauen, die als kleine, graue Mäuse niemandem auffallen! Es sind die Ängste von Frauen, denen man es niemals ansehen oder zutrauen würde. Es sind die Ängste genau der Frauen, die nach gesellschaftlichen Maßstäben besonders erfolgreich sind und auch der Frauen, die nach außen hin „tough“ und selbstbewusst wirken.

Es sind auch die Ängste der Frauen, die man für „stark“ halten würde.

Die meisten Frauen von heute sind in Wahrheit nicht stark.Sie sind hart.

Nach dem Motto: „Harte Schale – weicher Kern“ haben sie (von Männern) gelernt, sich unverletzlich und „tough“ zu zeigen, anspruchslos, zielstrebig, selbständig und unabhängig zu sein.

Doch dahinter steckt keine echte Stärke – kein Fundament aus Selbstvertrauen, Weisheit und Sicherheit.

Denn es ist nicht die Freude und die Stärke, die sie antreibt. Es ist die Angst!

Und all diese Ängste sind es, die uns so unfähig machen. Die uns so lähmen. Und die uns andererseits so fleissig, so zielorientiert, so tough und so strebsam machen .

Doch all das nützt uns nichts in der Liebe… denn dort funktionieren unsere Mechanismen nicht:

Unser Fleiß, unsere Tough-heit, unsere Strebsamkeit… Wir haben nie gelernt, was Weiblichkeit leben bedeutet. Wir können es einfach nicht. Wir verstehen es vermutlich noch nicht einmal.

Und so kommt es, dass so viele von uns – kaum finden wir einen Kerl toll – zu völlig unfähigen, zaghaften Mädchen mutieren, die verklemmt, ängstlich und misstrauisch ihren Kopf in die Handtasche stecken, anstatt den Blick zu halten.

  • Dass wir – kaum sind wir in einer Beziehung – zur Dienstleisterin werden, die es dem Mann um jeden Preis recht machen will und sich selbst vergisst.
  • Dass wir immer für alle Verständnis haben soll, wollen, müssen – auch wenn wir uns selbst und unsere Bedürfnisse dabei missachten und verleugnen.
  • Dass wir – egal wie gut unser Leben läuft – uns unvollständig und minderwertig fühlen, wenn wir es nicht schaffen, eine Partnerschaft mit einem Mann zu etablieren.
  • Dass wir überhaupt glauben, es sei unsere Aufgabe, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.
  • Dass wir – obwohl wir längst finanziell unabhängig sind – immer noch das Beuteschema des Ernährers und Beschützers in uns tragen.

Oder dass wir – nur um nicht in unserer (vermeintlichen) Schwäche, unserer Angst und unserer Sehnsucht nach Geborgenheit „enttarnt“ zu werden, so tun, als ob wir souverän und mega-tough wären – und damit in Konkurrenz zu jedem Mann gehen, der auch nur ansatzweise interessant sein könnte. (Und ihn damit in die Flucht schlagen)

Und dass wir so oft die Männer dafür verantwortlich machen, dass wir all das tun und glauben und brauchen.

 

Keine Weiblichkeit ohne Männlichkeit

Wir lehnen das „Männliche“ ab mit der Begründung, dass es „schlicht“ und „roh“ und „aggressiv“ sei. Wir meinen das nicht einmal böse und wir machen es vermutlich nicht einmal bewusst. Wir sind es irgendwie gewöhnt: Wir machen uns lustig darüber, wie „einfach Männer gestrickt sind“  und verachten sie für ihre einfachen und oberflächlichen Bedürfnisse. „Typisch Mann“ ist ein Ausdruck der Abwertung und des Spotts.

Doch dabei lehnen wir gleichzeitig auch unsere Weiblichkeit ab.

Und am Ende jammern wir darüber, dass es „keine richtigen Männer“ mehr gibt und dass niemand da ist, der uns liebt.

Wir beschweren uns darüber, dass Männer sich uns gegenüber nicht „charmant“, nicht aufrichtig, nicht „männlich“, nicht souverän, nicht zuvorkommend verhalten. Aber wir geben den Männern in den meisten Fällen auch keinen Anlass dazu, sich so zu verhalten.

Weil wir nicht unsere Weiblichkeit leben – weil wir uns vor unserer Größe fürchten.

 

Gender Mainstreaming – die Lösung?

Unser aktueller Lösungsansatz der „Gleichmachung“ hat die Situation nicht verbessert – eher im Gegenteil:

Lösen wir Rollenbilder komplett auf! Ohne Rollen keine Rollenklischees und ohne Klischees kein Sexismus! Und ohne Sexismus keine Benachteiligung?

Mitnichten!

Vielmehr haben wir jetzt noch weitere Kriterien und Regeln an denen wir (ver)zweifeln können.

Männer und Frauen sind nicht gleich, sie waren nicht gleich und sie sollten auch nicht versuchen, gleich zu sein. Sie sollten viel mehr lernen, einander und ihre Unterschiede zu achten und ihre Stärken schätzen und nutzen.

Gerade dass wir unterschiedlich sind, macht doch den Reiz aus – gerade das ist es doch auch, was uns sexuell interessiert. Sex ist sexistisch – und das ist doch auch gut so. Es ist das „Andere“, das mit reizt… da mich erregt und anzieht!

Was ist denn mit der Lust? Wo bleibt die Lust, die Anziehung, die Verführung, die Erotik – in all diesem politisch korrekten Geschwafel?


Lies mehr dazu auch bei claudia-elizabeth-huber.de in ihrem Artikel:  Weiblicher Orgasmus - 4 Tipps für das sinnliche Ganzkörpererlebnis oder die Meinung eines Mannes im Artikel  Sexuelle Spannung durch wahre Männlichkeit und echte Weiblichkeit? von Saleem Matthias

 

Wenn es überhaupt einen Sinn hat, über „Gender“ zu diskutieren, dann nicht, indem wir abwerten was „typisch“ ist, sondern erlauben und feiern, was untypisch ist. Dass niemand irgendwie sein muss, weil er bestimmte Geschlechtsmerkmale aufweist – aber sein darf, wenn es ihm oder ihr Spaß macht.

Wenn „untypisch, na und?“ und „typisch, na und?“ dieselbe Berechtigung erfahren, weil wir den Menschen an sich schätzen. Wenn wir das was „typisch“ ist annehmen und einsetzen und feiern und stärken. Und das was „untypisch“ ist, ebenso akzeptieren und integrieren. Und nicht, indem wir zerstören, was uns Orientierung geben kann. Wir können keine Weiblichkeit leben ohne Männlichkeit und ohne Rollenbilder.

Wenn wir unsere Weiblichkeit leben und die Unterschiede zwischen uns nicht mehr verachten und dann heimlich doch imitieren, wäre das vermutlich ein weit größerer Schritt, als jede andere Bemühung.

 

Weiblichkeit leben und Verantwortung übernehmen

Wir werden nie emanzipiert sein, solange wir gegeneinander kämpfen und die Probleme dem Geschlecht zuschreiben.

Wir werden niemals emanzipiert sein, solange wir uns selbst als Opfer sehen und geben.

  • Wir werden nicht weiter kommen, wenn wir erreichen wollen, dass die Bilder von „männlich“ und „weiblich“ abgeschafft oder zu Schimpfworten werden, sondern allenfalls, wenn wir akzeptieren und tolerieren, dass jeder Mensch so sein darf, wie er möchte.
  • Wahre Emanzipation werden wir erst erreicht haben, wenn wir Frauen selbst uns nicht mehr für „minderwertig“ halten.
  • Wenn wir endlich aufhören können, an uns selbst zu zweifeln und herumzukritisieren.
  • Wenn wir endlich lernen, dass wir unsere Bedürfnisse ausdrücken dürfen und sollen und dass wir fast immer bekommen können, was wir uns wünschen.
  • Wenn wir endlich lernen anzunehmen, anstatt immer nur zu geben.
  • Wenn wir aufhören, uns selbst klein zu machen, um niemanden zu stören.
  • Wenn wir uns nicht mehr minderwertig fühlen, wenn wir keinen Partner haben oder uns unmoralisch fühlen, wenn wir mehr als einen haben.
  • Wenn wir aufhören, uns beweisen zu müssen!

Wir werden erst emanzipiert sein, wenn wir uns nicht mehr von Männern abhängig machen in der Form, dass wir sie nicht mehr „brauchen“ – sondern dass wir sie schätzen und mögen können. Dass es uns wieder Spaß macht sie zu verführen und dass wir uns nicht mehr scheuen, klar und deutlich nein zu sagen, wenn wir nein meinen (– und nicht, wie so oft, schon vorher aus lauter Sorge, was passieren könnte oder weil wir Angst haben, nicht gut genug zu sein).

Wir werden erst emanzipiert sein, wenn wir uns etwas zutrauen. Wenn wir nicht glauben, 100 % perfekt sein zu müssen, um zu uns zu stehen, um der Welt zu zeigen, was wir können, um selbstbewusst zu sein, um großartig zu sein!

Wir werden erst emanzipiert sein, wenn wir lernen, unsere Freiheit zu nutzen und vor allem auch zu genießen.

Wir werden erst emanzipiert sein, wenn wir wieder weiblich sein können, mit einem guten Gewissen und wenn wir lernen, dass „stark zu sein“ nicht bedeutet, hart zu sein.

Weiblichkeit leben bedeutet, dass wir das, was uns ausmacht nicht mehr unterdrücken, verdecken, verspotten, übergehen oder einsetzen, um uns anzupassen. Weiblichkeit leben bedeutet, als das zu feiern, zu genießen und stolz darauf zu sein.

Weiblichkeit leben bedeutet nicht, das „Rollenklischee“ der „guten Hausfrau und Mutter“ oder der „braven Ehefrau“ von Achtzehnhundertirgendwas zu erfüllen – sondern es bedeutet für mich unter anderem, meinen wundervollen, weiblichen Körper zu lieben, meine Intuition ernst zu nehmen, meinen weiblichen Zyklus zu achten und meine fruchtbare Kreativität und Weichheit, meine Wärme und Liebe fließen zu lassen.

In der Weiblichkeit liegt eine unendliche Kraft: Eine Kraft, die nicht hart ist – und dennoch stark.

Stark wie Wasser. Wie Seide. Wie Schneeglöckchen, deren zarte Blüten sich bei den ersten Sonnenstrahlen durch hart gefrorene Erde empor strecken.  Wie die zarten Fäden eines Spinnennetzes, das fast durchsichtig scheint und dennoch nie seine Bestimmung verfehlt…

Weiblichkeit ist stark – auf besondere Weise.


Lies dazu auch: Weiblichkeit: Ich darf das, ich bin ein Mädchen! bei singleindergrossstadt.de


Weiblichkeit leben bedeutet, die Stärke anzuerkennen und zu nutzen!

Was bringt es uns, „emanzipiert“ und gleichberechtigt und „frei“ zu sein, wenn wir es nicht nutzen?

Was bringt uns das alles, wenn wir es nicht nutzen, weil wir immer noch das Mindset des braven Mädchens haben, dass alles richtig machen und auf jeden Fall beliebt sein will?

Wenn wir weiterhin ständig versuchen, es jedem recht zu machen und strebsam und brav versuchen, allen Anforderungen gerecht zu werden?

Wenn wir ständig zittern, ob wir bestehen können, ob wir „gut genug“ sind?

Was bringt uns das Recht, jederzeit alles tun zu können und zu dürfen, wenn wir daraus nichts anderes machen, als mit Scheuklappen möglichst sichere Jobs zu finden, uns den Arsch abzuarbeiten und dann wenigstens möglichst schicke Autos zu fahren? Was bringt uns Freiheit, wenn sie uns am Ende nur Einsamkeit bringt und wir bei einem Date mit einem Mann oder Besuchen bei männlichen Freunden oder Verwandten schon Angst haben, dass er merken könnte, wenn wir in der Karriereleiter weiter oben stehen und er sich unterlegen fühlen könnte… so dass wir unsere „Erfolge“ noch nicht einmal genießen und feiern können?

Was bringt uns Gleichheit, wenn wir daran verzweifeln, weil wir uns selbst verlieren? Weil wir uns verleugnen und einsam sind und uns für unsere Körper schämen, unsere Gefühle verdrängen und unsere Träume abtun.

Hören wir auf, bessere Männer sein zu wollen und nutzen wir die Möglichkeit, sein zu können, was immer wir möchten.

Nutzen wir diese Möglichkeit dafür, frei zu sein!

Und vielleicht können wir dann darauf verzichten, von den Männern das zu fordern, was sie letztlich für uns ohnehin nur unattraktiv macht:

Es uns recht zu machen.

Machen wir es uns selbst recht und erobern wir die Welt!

Willst Du auch Deine Weiblichkeit leben?

Erfolg als Frau und in Deiner ganzen Fülle sein?

Dann informiere Dich hier und komm zum „Weiblichkeit leben Seminar“ >>>


Im Rahmen der Blogparade auf Initiative von www.maennlichkeit-staerken.de sind außerdem noch folgende Artikel sehr spannend und könnten interessant für Dich sein:

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