„Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“, so lautet der Titel des Buches der Sterbebegleiterin Bronnie Ware aus Australien. Das Buch ist inzwischen ein weltweiter Beststeller und wurde in viele Sprachen (eben auch Deutsch) übersetzt und rangierte auch bei uns wochenlang in allen Bestseller Listen.

Doch wenn ich mir so anschaue, was um uns herum passiert, dann wundere ich mich regelrecht, dass so viele Menschen sich wirklich dafür interessieren sollen, was Sterbende bereuen…

Wäre es nicht viel eher Zeit, endlich selbst mit dem Leben anzufangen?

Aber fangen wir vorne an:

Bronnie Ware arbeitete einige Jahre als Sterbebegleiterin und war oft die letzte Person, mit der die Menschen sprachen und der sie sich anvertrauten, bevor sie das Zeitliche segneten. Irgendwann fiel ihr auf, dass es bei den Menschen Übereinstimmungen gab, in dem, worüber sie unglücklich waren, als sie merkten, dass ihr Leben nun beendet war und sie begann, Aufzeichnungen dazu zu machen.

„Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ ist, was sie daraus ableitete – sozusagen die „Top 5 der Reue“ in dem Moment wo Du merkst, dass Du jetzt nichts mehr ändern kannst.

Was sind nun diese fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen?

Im Angesicht des Todes stellten fest die Menschen fest, dass sie

  1. zu wenig ihr eigenes Leben gelebt hatten und zu viel darüber nachgedacht hatten, was andere von ihnen erwarten
  2. zu viel gearbeitet und die Arbeit zu wichtig genommen hatten (und auch zu viel Zeit damit verbracht hatten)
  3. sich im Gegensatz dazu zu wenig Zeit für Familie und Freunde genommen hatten
  4. zu wenig Gefühle gezeigt bzw. sich oft nicht getraut hatten zu sagen oder zu tun, was sie wirklich wollten
  5. sich nicht erlaubt hatten, glücklich zu sein

In ein paar Wochen werde ich 44 – und ich freue mich darauf. Ich habe auch allen Grund dazu, denn ich hatte vor etwa 15 bis 20 Jahren das merkwürdige Gefühl, dass ich vielleicht nicht sehr alt werden würde.

Ich habe mich gefragt, was ich tun möchte, was mir wichtig ist, was ich nicht bereuen möchte, falls das so wäre. Und daraus ist unter anderem KONTAKTVOLL entstanden. Eine berufliche Tätigkeit, für die ich – bis heute – manchmal belächelt, seltsam angeschaut und manchmal sogar angefeindet (ja, wirklich!) werde.

Ich habe über vier Jahre meines Lebens freiwillig noch unter Hartz-4-Niveau gelebt und nicht aufgegeben. Ich habe nebenbei Gelegenheits-Jobs gemacht, um meine Wohnung, Essen und Ausbildung irgendwie zahlen zu können. Manchmal arbeite ich 14, 15 Tage ohne einen freien Tag und manchmal 14 Stunden am Stück… doch Du wirst mich darüber nicht jammern hören:

„Jaja, selbständig“, sagen manche zu mir: „Das heisst, selbst und ständig, ne?“ Und ich antworte: „Ja, selbst und ständig machen, was ich will. Ich bin selbständig, das heißt, ich habe jeden Tag Feiertag.“

Ich liebe meinen „Job“. Ich habe in den letzten 17 Jahren tausenden von Menschen weiterhelfen können:

  • Ich konnte Menschen ihre Angst nehmen, ihnen Mut machen, das andere Geschlecht erklären und damit für mehr Frieden und Liebe sorgen und so vieles mehr.
  • Ich bin um die halbe Welt gereist und inzwischen nehme ich sogar Coachingklienten mit auf Reisen. Eine großartige Art, die Welt zu entdecken – und neue Welten noch dazu!
  • Ich habe inzwischen 11 tolle Bücher geschrieben (darüber bin ich am allermeisten erstaunt!) und mir die Chance ermöglicht, viel Zeit für meine Familie und Freunde zu haben und immer wieder das zu tun, worauf ich Lust habe.
  • Ich wag immer wieder Dinge, die erst mal völlig verrückt erscheinen – und dann doch Sinn ergeben und wunder-voll sind.
  • Und vor allem: Ich erlaube mir, glücklich zu sein. Ein wunderbares Gefühl.

Wenn ich mit Klienten spreche oder mit meinen Seminarteilnehmern, dann hoffen die meisten, dass sie noch viel Zeit vor sich haben. Das gibt ihnen die Möglichkeit, Entscheidungen aufzuschieben, Ausreden zu haben, einen blöden Job zu behalten einfach weil er doch so gut bezahlt wird und so vieles mehr… und so machen sie selbst auch immer wieder genau die Dinge, die Sterbende am meisten bereuen… und glauben, dass sie „später“ noch genug Zeit haben „zu leben“.

Doch das ist ein Trugschluss!

Ich hatte einmal eine Freundin, die arbeitete bei einer Bank. Seit ein paar Jahren hatte sie eine Stelle, auf der sie chronisch überfordert wurde. Ihr Chef wusste, dass sein Team die Arbeit, die man ihnen aufhalste unmöglich schaffen konnte, doch er hatte nicht den Mumm, sich bei seinem Chef durch- und für seine Mitarbeiter einzusetzen. Sie probierte es dennoch und landete bald mit Burn-out in einer Klinik. Nach dem Klinikaufenthalt machte sie den Job weiter. Sie war Anfang 40 und hasste ihren Job, mit dem sie fünf Tage pro Woche 8 – 14 Stunden pro Tag lebte.

Da ich ungefähr wusste, wie viel sie verdiente und bemerkte, dass sie in einer sehr günstigen Wohnung lebte, fragte ich sie eines Tages: „Was machst Du eigentlich mit dem ganzen Geld?“ Sie antwortete: „Das brauche ich!“. „Wofür?“, fragte ich sie und sie erklärte mir, dass sie das Geld brauchte für Urlaube und ihr teures Fitness-Studio und andere „Belohnungen“ zum Ausgleich für ihren Scheiss-Job und ihre Altersvorsorge, denn sie wolle mit spätestens 55 in Rente gehen.

Und warum machte sie immer noch diesen Scheiss-Job?
Weil sie nichts anderes gelernt hatte, als Bank – und weil sie ja das Geld „brauchte“.

Was ihr nie richtig bewusst wurde: Sie hatte inzwischen schon so viel Geld angespart, dass sie ganz locker etwas ganz anderes hätte tun können:

Sie hätte eine oder zwei oder sogar drei Ausbildungen machen können. Sie hätte einen völlig neuen Beruf lernen können, der sie ausfüllte und glücklich machen könnte: Selbst wenn sie in diesem neuen Beruf viel weniger verdient hätte – sie hätte vermutlich das Geld nicht mehr „gebraucht“ – denn einen Job, den man liebt, den möchte man nicht loswerden und man braucht auch nicht so viele „Belohnungen“, denn eine Berufung zum Beruf zu haben ist bereits eine Wahnsinns Belohnung…

Ist es deshalb so interessant, was Sterbende am meisten bereuen?

Geschichten wie die von meiner damaligen Freundin sind keine Ausnahme, gerade deshalb wundert es mich ja so sehr, dass ein solches Buch so viel Interesse weckt (aber verändert es etwas?).

Für die meisten Menschen scheint sich „Arbeit“ und „Glück“ auszuschliessen und viele glauben tatsächlich, das wäre „nur natürlich“.

Wir wollen zwar wissen, was wir bereuen werden – aber machen dennoch weiter im Hamsterrad.

Gerade deshalb glaube ich, feinden mich manchmal auch Menschen an: Einmal schickte mir jemand eine Email, weil er von meinem Buch „Für immer verliebt“ gelesen hatte, das ich mit meinem Mann Claudius geschrieben hatte (er hatte wohlgemerkt nicht das Buch gelesen – er hatte nur einen Artikel darüber gelesen!) mit folgendem Inhalt: „wer keine Kinder hat und auch sonst sein Leben ganz in den Dienst der Selbstverwirklichung stellen kann, sollte nicht versuchen pflichtbewussten Menschen Ratschläge zu erteilen. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass Sie das wirkliche Leben kennen.

Das wirkliche Leben ist also das Leben, wo man sich nicht selbst verwirklichen „kann“ und leiden muss.

Und – wohlgemerkt – im wirklichen Leben muss man Kinder haben. Ich hätte ja eigentlich ganz gerne Kinder gehabt.

Ich fand es interessant, dass ein Mensch das in so einen Zusammenhang bringt: Der Untertitel unseres Buches lautet ja „Was Paare wirklich glücklich macht“ – muss ich daraus schlussfolgern, dass es im wahren Leben nicht möglich ist, glücklich mit dem Partner zu sein und einer der Hauptgründe dafür sind Kinder? Da kann ich ja im Nachhinein ganz froh sein, dass ich keine bekommen kann?

Nun, ich will nicht sarkastisch werden.

Ich bemerke immer wieder, dass Menschen sich angegriffen fühlen, wenn jemand ihre Welt infrage stellt.

Ich nehme mich da nicht aus: Früher war ich tief getroffen, wenn Menschen meine Bücher „verrissen“. Heute weiß ich, dass sie in einer Welt leben, in der sie sich das, was ich schreibe, eben einfach nicht vorstellen können – oder wollen.

Was mich an solchen Nachrichten allerdings immer noch etwas erschüttert ist der Gedanke:

Wow, es gibt so viel Schlimmes auf der Welt, dass man bekämpfen und scheisse finden könnte: Hunger, Krieg, Rassismus, Umweltverschmutzung, Kindesmissbrauch, Tierquälerei, Fracking, Mädchenbeschneidung, genmanipulierte Lebensmittel und was nicht alles – aber da gibt es Menschen, die nutzen ihre Lebenszeit, um mir (oder per Rezension der Welt) zu schreiben wie scheisse sie es finden, dass ich dieses Buch geschrieben habe, damit Paare länger und öfter verliebt ineinander und langfristig glücklicher miteinander sein können…. Wow!“

Eigentlich zum Heulen, oder?

So wie es eigentlich zum Heulen ist, dass wir uns so dafür interessieren, welche 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen – und dann so wenig ändern an unserem Leben.

Doch dann dachte ich mir: Offenbar habe ich diese Menschen berührt – so sehr, dass sie sich die Mühe machen, mir zu schreiben. Viele Menschen, die meine Bücher gelesen haben und sie toll finden, schreiben mir dennoch nicht.

Also muss doch da irgendwas gewaltig in Bewegung gekommen sein…

Eines der Dinge, die ich gelernt habe und die ich nicht bereuen werde, sind die Momente, in denen ich Frieden gesucht habe. Frieden in mir und Frieden mit den Menschen, die sich von mir angegriffen fühlen durch das, was ich sage oder darstelle. Denn wenn ich mich von Ihnen angegriffen fühle und glaube, mich verteidigen zu müssen dann ist das nichts als ein „Gegenangriff“.

Doch Frieden beginnt in Dir selbst – und so auch in mir.

Verständnis und Mitgefühl mit Menschen, die keine andere Möglichkeit sehen als „sich zu wehren“, weil sie sich angegriffen fühlen.

Mein Mitgefühl gilt daher heute all den Menschen, die leiden – leiden unter ihren Kindern, unter einem Job, den sie glauben machen zu müssen, unter ihrem Partner, den sie glauben verdient zu haben, unter der Welt, die nicht so ist, wie sie es sich vorstellen…

Ich bete für all diese Menschen und wünsche ihnen, dass sie nicht erst an ihrem letzten Tag merken, was sie bereuen und lieber gemacht hätten, und dass die „Top 5 der Reue“ nicht mehr so viele „Mitmacher“ haben muss…

Wir leben in einer Welt, in der wir so viele Möglichkeiten haben – und doch entscheiden wir uns so häufig dafür, es uns selbst schwer zu machen, uns zu quälen, zu peinigen, zu bestrafen.

Warum?

Du bist kein besserer Mensch, wenn Du beständig an Dir zweifelst! Dein Grübeln ist kein Beitrag für eine bessere Welt. Dein Angst zu versagen, inspiriert niemanden zu Taten voller Nächstenliebe und Mut. Dein Jammern macht niemandes Leben besser – auch Deins nicht. 

Wenn „zu wenig das eigene Leben leben“, „zu viel arbeiten“, „zu wenig Zeit für Familie und Freunde“, „zu wenig Gefühle zeigen“ und „sich nicht erlauben glücklich zu sein“ die fünf Dinge sind, die Sterben am meisten bereuen – was sind dann die Dinge, die Du nicht bereuen möchtest?

Hat diese Top 5 eine Auswirkung auf Dich?

Macht es Dich nachdenklich? Oder stimmst Du zu und machst dann weiter wie bisher?

Steve Jobs soll gesagt haben: „Der Tod ist eine der besten Erfindungen, die es gibt“ – und er selbst ist ja auch recht früh verstorben. Was er damit meinte war: Der Tod zeigt uns, dass unser Leben endlich ist und wir nicht alles immer nach hinten verschieben können, um es „irgendwann später“ mal zu machen.

Und das erklärt dann auch vielleicht den Erfolg des Buchs: „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ sind eben die Dinge, die unser Leben besonders lebenswert machen – und für die es kein „später“ gibt: Freunde und Familie, glücklich sein, Gefühle zeigen, eine Arbeit, die keine Qual ist und es sich vor allem selbst recht machen…

Wenn Du dabei gerne Unterstützung hättest, bist Du herzlich eingeladen, Dich für den nächsten Start meines Programms: „Selbstvertrauen jetzt“ einzutragen. Ein Leben, das Du später nicht bereuen musst, ist mein Lieblingsfokus in diesem Programm… >>>>> 

(Update vom Mai 2018)

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