Wie Du emotionale Bedürftigkeit überwinden kannst

Viele Menschen wünschen sich eine liebevolle Partnerschaft. Manche wünschen sich diese so sehr, dass sie fast alles dafür tun würden, geliebt zu werden… Und geraten damit in emotionale Bedürftigkeit.

Doch emotionale Bedürftigkeit ist ein Teufelskreis:

Bedürftigkeit macht uns nicht besonders anziehend oder gar sexy – ganz im Gegenteil. Oft ist diese Bedürftigkeit – gerade wenn sie gut überspielt wird – der Auslöser der „Die, die ich will, wollen mich nicht und Und die, die mich wollen, will ich nicht“ Situation. Und auf lange Sicht gesehen macht emotionale Bedürftigkeit auch sehr manipulierbar und ist damit der Auslöser für „schlechte Beziehungen“:

Beziehungen mit wenig Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung und echter Liebe. Und schon geht es wieder von vorne los…

Emotionale Bedürftigkeit ist einer der schlimmsten Feinde einer guten Ausstrahlung – und auch der Killer jeder Flirt-Möglichkeit. 

 

Doch wie kann man emotionale Bedürftigkeit überwinden?

Wie schwierig ist es, nicht bedürftig zu sein, wenn man doch Bedürfnisse hat… und diese so gerne erfüllt sehen möchte!

Klar, war ich selbst auch mal Single und wünschte mir sehnlichst einen liebevollen Partner: einen Mann, der auf mich steht und keine blöden Spielchen treibt, der sich in mich verliebt und mit mir zusammen sein möchte – und das nicht nach ein paar Wochen wieder zurücknimmt…

Und egal wie gut und gerne ich geflirtet habe, wenn einer „passte“, war es unfassbar schwer, entspannt zu bleiben.

Wie muss es da erst Menschen gehen, die nicht gut im Flirten und Kontakten sind?

Wenn jemand vielleicht nur ein- oder zweimal im Monat oder sogar noch seltener jemand Nettes kennenlernt!?

Die gute Nachricht ist: Es gibt ein Mittel gegen Bedürftigkeit – zumindest gegen die übersteigerte Form davon.

 

Ein wirksames Mittel gegen emotionale Bedürftigkeit

Sehr wirksam gegen übermäßige Bedürftigkeit ist die Steigerung Deiner „Abwehrkräfte“ im Bereich des Selbstwertgefühls. Denn emotionale Bedürftigkeit greift massiv das Selbstwertgefühl an bzw. ist eine Folge von mangelndem Selbstwertgefühl.

Würdest Du also Dein Selbstwertgefühl steigern, könntest Du Deine emotionale Bedürftigkeit drastisch reduzieren. Es gibt zahlreiche Dinge, die Du tun kannst, um Dein Selbstwertgefühl und Deine Selbstachtung zu steigern. Eine der wichtigsten ist, Deinen Glaubenssätzen auf den Grund zu gehen, denn sie bilden das Gerüst, auf dem Dein wackeliges Selbstwertgefühl hin und her schwankt und sich den Halt durch einen Partner bzw. eine Partnerin wünscht.

Glaubenssätze, das sind Annahmen, die wir irgendwann mal getroffen haben: Rückschlüsse aus Erlebnissen in unserem Leben, mit denen wir uns die Welt erklären: „Das ist so, weil..“. In meiner Arbeit als Coach habe ich allerdings festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, Glaubenssätzen auf die Schliche zu kommen, denn für den Betroffenen fühlen sie sich an wie „Wahrheiten“. Das ist eben so.

Letztlich ist fast alles, was wir wissen – in Wahrheit Glauben:

Dass die Erde rund ist – das glauben wir, weil wir Bilder aus dem Weltall gesehen haben. Es gibt ja aber auch tatsächlich Leute, die glauben (also, sie wissen… sagen sie) dass das alles Quatsch wäre. („The flat earh society has followers all around the globe!“). 

Dass der Himmel blau ist, das glauben wir ebenfalls zu wissen – und schon da wird es sehr offensichtlich, dass unser Wissen nicht ganz „wasserdicht“ ist: Denn welche Farbe der Himmel hat, das entscheidet zum Einen die Tageszeit und des Wetters – und zum Anderen wirkt der Himmel nur blau. In Wahrheit ist es die sogenannte Rayleigh-Streuung des Sonnenlichts, die den Himmel blau erscheinen lässt.

Dummerweise haben wir jede Menge „allgemeine Wahrheiten“ gespeichert, die genau so zweifelhaft und missverständlich sind – und bemerken es nicht einmal:

  • Wahrheiten darüber wie Männer und/oder Frauen allgemein so sind
  • Erfahrungen, wie Beziehungen ablaufen
  • unbewusste Muster, wie wir uns quasi automatisch in bestimmten Situationen verhalten – z.B. in Beziehung
  • Ein Bild von uns selbst (und oft kein besonders gutes)

All das sind Glaubenssätze! Nichts davon ist eine endgültige und allgemein gültige Wahrheit.

 

Warum ist es so schwer, Glaubenssätze loszulassen?

Hat man einmal erkannt, dass es an den Glaubenssätzen liegen könnte – dann wäre es ja das Einfachste, diese Glaubenssätze loszulassen und etwas Besseres zu glauben!?

In der Tat – doch genau das fällt den meisten Menschen am schwersten:

Erstmal glauben (!) wir nicht, dass es Glaubenssätze sein könnten und dann – wenn es vielleicht doch sein könnte…. sind diese Glaubenssätze so fest in unserer Identität verankert, dass wir regelrecht Angst haben, sie gehen zu lassen…. Wer bin ich, wenn ich das nicht bin?

Glaubenssatz-Arbeit ist extrem wirksam – doch braucht es meistens eine zweite Person, die Unterstützung leistet. So einfach lässt sich das Konstrukt aus Erfahrungen, Rückschlüssen, Ängsten und Missverständnissen nämlich nicht auflösen. Und genau dafür ist z.B. Coaching gut.

Unsere Coaches stehen Dir sehr gerne zur Verfügung >>>

Letztlich braucht es Mut, dieser Herausforderung ins Auge zu sehen – denn emotionale Bedürftigkeit ist kein „Normalzustand“. Und eine liebevolle Partnerschaft ist ein Preis, der es durchaus wert ist, diesen Weg zu gehen.

Natürlich ist das nicht das Einzige, was Du tun kannst. Deinen Selbstwert und Deine Selbstachtung kannst Du auf viele Arten stärken.

Eine weitere Möglichkeit wäre, mit Affirmationen zu arbeiten – eine Anleitung dazu findest Du hier >>>

Auch eine „Behandlung“ mit der „anonymen guten Tat“ zur Steigerung des Selbstwertgefühls, kann Dich dabei unterstützen, emotionale Bedürftigkeit abzubauen.

Das geht so:

Wir alle haben ein – absolut subjektives – Gefühl, für unseren Selbstwert – also für das was wir „wert sind“. Dieses Gefühl machen wir u.a. an dem Feedback fest, das wir von anderen bekommen bzw. annehmen können.

Bauen wir unser Selbstwertgefühl zu stark auf Feedback von außen auf, wird das Selbstwertgefühl schnell instabil:

In diesem Fall sind wir darauf angewiesen, dass alle immer alles toll finden, was wir so tun. Sonst leidet unser Selbstwertgefühl unter Umständen immens und sogar unsere Aufnahmefähigkeit für gutes Feedback kann darunter leiden, so dass es uns gar nicht mehr richtig erreicht.

Medizinisch ausgedrückt, würden wir sozusagen resistent gegen gutes Feedback und unsere Reaktion auf schlechtes Feedback würde dramatisch steigen.

Nicht so bei der anonymen guten Tat:

Bestimmt kennst Du ein paar Menschen, die es nicht so gut haben und auch ein paar Menschen, die es verdient hätten oder gebrauchen können, dass man ihnen mal eine Freude macht. Normalerweise macht man das ja dann so, dass man dieser Person etwas schickt oder überreicht, und sie wissen lässt, dass man ihr eine Freude machen will. (Wobei die Person dann häufig genug auch noch sagt, dass das doch nicht nötig gewesen wäre…)

Bei der anonymen guten Tat schenkt man sich diesen ganzen Zinnober und tut – wie der Begriff schon sagt – die gute Tat, ohne selbst in Erscheinung zu treten:

  • Eine Schachtel Pralinen für die nette Empfangsdame mit einem „DANKE für Ihr Lächeln“ – ohne Unterschrift
  • Ein Blümchen für die alte Dame gegenüber, die nicht mehr so gut gehen kann, vor ihrer Tür – ohne Absender
  • Ein kleines Geschenk für den Postboten auf’s Rad oder den Sitz gelegt, während er gerade Briefe einsteckt
  • Eine Fahrkarte zahlen und im Automaten stecken lassen
  • Geld in der Parkuhr liegen lassen
  • Einen „aufgeschobenen Kaffee
  • und so weiter

Wenn Du eine Weile darüber nachdenkst, fallen Dir bestimmt einige Möglichkeiten und Menschen ein, die sich freuen würden, mal Empfänger einer guten Tat zu sein.

Wenn Du kannst, kannst Du natürlich den Empfang beobachten – was für ein Schauspiel, wenn der Beschenkte sich wundert, wer ihm sowas schickt oder hinlegt – sich umschaut und niemanden findet, der einen Dank erwartet.

Das ist im Grunde tatsächlich gelebte Liebe – denn Liebe soll ja nun mal bedingungslos sein.

Und genau hier kommt die Wirkung der anonymen guten Tat  zum Tragen: Du erwartest keinen Dank – Du brauchst keinen Dank – Du gibst ohne Bedingungen.

Du kannst Deine Befriedigung daraus ziehen, dass jemand sich jetzt gerade freut – ohne dass Du dafür „abkassierst“.

 

Mensch, bist Du großzügig…!

Ohne dass Du eine Gegenleistung dafür bekommen wirst – Du hast echt Stil und das Herz am rechten Fleck! Du bist ein wahrhaft guter Mensch.

Absolut nicht bedürftig… das merkst Du dann auch selbst!

Gecheckt!? 😉

Tatsächlich wirkt sich dieses Verhalten und dieser Gedanke ganz massiv auf Dein Unterbewusstsein und damit auf Dein Selbstwertgefühl aus.

Was passiert, ist so eine Art interner Halo-Effekt: Der Halo-Effekt (von englisch halo, Heiligenschein) ist eine aus der Sozialpsychologie bekannte kognitive Verzerrung, die darin besteht, von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften zu schließen. (Quelle: Wikipedia). Bei dieser Form hier, schließen wir von unserem eigenen Verhalten auf unsere Charakter: Verhalten wir uns also so liebevoll und großzügig und freigiebig, schliessen wir selbst darauf unweigerlich, dass wir viel zu bieten haben und eben alles andere als bedürftig sind… 

Na dann… eine bessere Gelegenheit als jetzt wird sich wohl kaum finden, oder!?

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In meinem Podcast geht es um die Themen, die mich bewegen: Flirt, Dating, Partnerschaft, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Männer, Frauen, 6 und Liebe.

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