Meine Lieben, jetzt habe ich alles gesehen… glaube ich… wenn man über „Diskriminierung“ liest oder nachdenkt, dann gehen einem ja doch eher Bilder durch den Kopf wo es um irgendwelche Menschen oder Menschengruppen geht, die ja meist in irgendeiner Form ohnehin schon arm dran sind… heute allerdings, heute bin ich selbst mit einer Art Diskriminierung konfrontiert worden. Ich schwanke beständig zwischen schallendem Gelächter und fassungslosem Kopfschütteln – es ist doch schon etwas schräg, was da passiert ist.

Was ist passiert?

Für meinen Workshop / Erlebnisabend „Finde Deine Magie“ suchte ich in einer deutschen Stadt nach einer neuen Location und fand die Werbung der ansässigen Universität, dass man dort tolle Räumlichkeiten vermieten würde. Ich schrieb also eine kurze Nachricht mit meinen Wünschen und einer Kurzbeschreibung der Veranstaltung an den Campusservice dieser Universität.

Jetzt erhielt ich von einer Mitarbeiterin des Campusservice dieser Universität (die von sich selbst behauptet – Achtung – nicht lachen jetzt: „lebendig, urban und weltoffen“ zu sein – die Uni, nicht die Mitarbeiterin) folgende Antwort:

„Sehr geehrte Frau Deißler,

vielen Dank für Ihre Anfrage und das Interesse an unseren Räumlichkeiten.

Raumanfragen für Veranstaltungen an der xxxxx  müssen inhaltlich und organisatorisch geprüft werden. Dabei sind viele Kriterien zu beachten, wie die Vereinbarkeit mit den Leitlinien, Zielen, Lehrinhalten und Rolle der Universität, dem laufenden Campusbetrieb, Berücksichtigung von Gremien, gesetzliche Regelungen, Vorgaben an die Universität, uvm. In diesem Sinne wurde auch Ihre Anfrage geprüft. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihre Veranstaltung nicht an unserem Campus stattfinden kann.

Es ist keinesfalls eine persönliche Wertung darin zu sehen, bitte nicht falsch verstehen. In der Vergangenheit gab es bereits Anfragen von männlichen selbst ernannten „Flirt-Coaches“, deren Seminare in eine Richtung gingen, die wir definitiv nicht an der Universität unterbringen wollten. Zugunsten des Gleichbehandlungsgrundsatzes möchten wir einer Linie treu bleiben und können Ihnen somit keinen Raum anbieten, auch wenn Ihre Angebote anderer Natur sind und uns das leid tut. Wir denken trotzdem, dass Flirtseminare in einer anderen Location besser aufgehoben wären.

Wir bitten vielmals um Ihr Verständnis und wünschen Ihnen viel Erfolg!“

Im Rahmen des Gleichbehandlungsgrundsatzes werde ich jetzt also in einen Topf geworfen mit „selbsternannten männlichen Flirtcoaches“ und darf an dieser „lebendigen, urbanen und weltoffenen“ Universität keine Räume mieten für einen Workshop in dem es um Selbstvertrauen und das Erreichen persönlicher Ziele geht, weil ich auch Seminare darüber gebe, wie man Menschen kennen lernt, in Kontakt kommt und die Liebe findet. Oder weil ich eben auch das Wort „Flirten“ manchmal benutze (pfui, oder?) und darüber schreibe.

Deshalb werde ich also „gleich behandelt“, obwohl ich etwas anderes tue.

Muss man das verstehen?

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man wirklich lachen darüber… ich bin aktuell noch unschlüssig.

Natürlich kann ich verstehen, dass die Mitarbeiter eines Uni-Campus noch ganz andere Aufgaben haben und sie nicht die Zeit haben, jeden und alles genau zu prüfen. Und natürlich gibt es auch noch andere Orte, wo ich das machen kann. Darum geht es gar nicht…

Es geht mir gar nicht mal darum, dass ich mich persönlich „ungerecht behandelt“ fühle. Es ist vielmehr eine Art Traurigkeit darüber, dass offenbar alles, was in diesen Themenbereich fällt, kategorisch vorsichtshalber abgelehnt wird.

Traurig ist es auch deshalb, weil viele Menschen, die in meinen Seminaren die Grundprinzipien der Kontaktaufnahme, der Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Liebe und der Psychologie sexueller Anziehung lernen, mir sagen, dass sie sich wünschten, sie hätten sowas bereits in der Schule oder doch wenigstens im Studium gelernt… doch im Studium geht es ja nicht darum, Menschen beizubringen, wie sie ein gutes Leben führen können…. das vergesse ich immer wieder.

Es ist nicht leicht für mich, dabei nicht ironisch zu werden… Der „Gleichbehandlungsgrundsatz“, der mich gleich behandelt – im Vergleich mit anderen, die vielleicht ebenfalls falsch verglichen werden. Wer weiß!?

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Neu: Der Nina Deißler Podcast

In meinem Podcast geht es um die Themen, die mich bewegen: Flirt, Dating, Partnerschaft, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Männer, Frauen, 6 und Liebe.

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