Viele meiner Klienten wünschen sich eine Partnerschaft – ich frage sie dann als erstes, warum. Die Frage klingt im ersten Moment oft albern und hat schon so manchen irritiert – doch ist die Intention, mit der man an etwas herangeht essentiell für den Erfolg des Vorhabens – und da ist das Thema Partnerschaft keine Ausnahme.

Denn meistens geht es doch am Ende  darum, „glücklich zu sein“ oder „sich gut zu fühlen“. Dass jedoch „einen Partner haben“ nicht gleichbedeutend ist, mit „sich gut fühlen“, zeigt uns die Praxis täglich.

Erste wichtige Erkenntnis auf dem Weg in eine wahrhaftige Partnerschaft:

Ein Partner wird Dich nicht glücklich machen.

Doch worauf kommt es wirklich an? Wie schafft man es, eine glückliche Partnerschaft zu finden? Ein glückliches, erfülltes und schönes Leben zu führen? Wie findet man die Liebe für’s Leben?

Es gibt vieles, das man tun und lassen kann. Doch egal, wie und wo Du nach einem Partner suchst, was Du bisher probiert hast – auf Dauer wird es nicht zu einer glücklichen Liebe führen, wenn Du die wichtigsten Schritte vergessen hast, um Liebe wirklich erleben zu können:

1. Schritt: Sei gut mit Dir

Der erste Schritt beginnt bei Dir selbst: Höre auf, lieblos zu Dir selbst zu sein. Sprich nicht schlecht von Dir, denke nicht schlecht über Dich, behandle Dich nicht schlecht.

Niemand hat etwas davon – am wenigsten Du selbst.

Du gewinnst keinen Preis und auch sonst nichts, wenn Du nicht gut zu Dir selbst bist. Und schlimmer noch: Du zeigst unbewusst anderen damit, wie man mit Dir umgehen sollte… Wenn Du Dich selbst schlecht behandelst, wenn Du Dich verurteilst, schämst, anklagst – so erteilst Du damit anderen nicht nur die Erlaubnis – sondern fast schon den Befehl, Dich ebenso zu behandeln.

Sprich stattdessen gut mit Dir und über Dich. Gönne Dir Pausen, Belohnungen, Auszeiten. Tröste Dich und ermuntere Dich. Sag Dir selbst „Du schaffst das schon!“ und lass es Dir gut gehen.

Denke zuerst an Dich – denn wenn Du „satt“ bist, bist Du nicht bedürftig.

Dann kannst Du frei lieben, denn Du brauchst es nicht, von jemandem geliebt zu werden. Wenn Du Dich selbst respektierst, brauchst Du es nicht, von anderen respektiert zu werden. Wenn Du Dich selbst lobst, brauchst Du es nicht, von anderen geliebt zu werden.

Und wenn Du es nicht brauchst, wirst Du entspannt sein und attraktiv und Du wirst mehr bekommen, als Du jemals verlangt hättest.

Du musst verstehen, dass Liebe ein Gefühl ist – es ist Dein Gefühl.

Nur Du kannst es fühlen – niemand sonst. Und Du kannst nicht die Gefühle von anderen fühlen… ob Du Liebe spürst oder nicht – hängt allein an Dir. Ob Du Dich geliebt fühlst oder nicht – hängt ebenfalls zum großen Teil an Dir. Wenn Du aufhörst, Dich selbst ständig zu zerstören und fertig zu machen, hast Du mehr Raum in Dir für Liebe.

Du wirst niemals für irgendwen wichtiger sein, als Du für Dich selbst bist – nimm Dich wichtig (aber nicht immer ernst). Wem bringt es etwas, wenn Du Dich selbst niedermachst? Wofür soll das gut sein? Wenn Du keine vernünftige Antwort auf diese Frage findest, dann hör auf damit. Du hast jedes Recht, hier zu sein und das Leben zu genießen – ganz egal, was in der Vergangenheit war: Du hast eine Zukunft – ruiniere sie nicht damit, dass Du in der Gegenwart über die Vergangenheit jammerst…

2. Schritt: Kämpfe nicht gegen die Realität

Nachdem Du aufgehört hast, Dich selbst zu verurteilen, höre auf, andere zu verurteilen: Mach Dich nicht selbst zum Opfer… das ist der zweite Schritt – und schon etwas schwieriger, aber noch effektiver:

Immer wieder geben wir anderen die Schuld daran, dass sie uns nicht gefallen, dass sie nicht so sind oder nicht das tun, was wir gerne hätten. Wir denken schlecht über sie oder behandeln sie schlecht, weil sie nicht das tun oder so sein können, wie wir es wollen. Doch wer bist Du, zu glauben, dass andere so sein müssen, wie Du es gerne hättest? Das andere tun sollen, was Du willst? Bist Du vielleicht Gott? Nicht einmal Gott verlangt das – warum verlangst Du es?

Hör auf darüber bestimmen zu wollen, wie andere sein müssen

Wenn Du jetzt denkst, dass Du das gar nicht tust, dann denk zum Beispiel mal an Deine Eltern: Zeigen sie Dir ihre Liebe so, wie Du es gerne hättest? Denk an Deinen Chef – was sollte der alles anders machen? Denk – wenn Du einen hast – an Deinen Partner und wie oft Du denkst, dass er dies oder jenes tun oder lassen sollte. Denk an Männer, die Dir gefallen – was sollen sie tun? Wie sollen sie sich bitte verhalten, damit es für Dich in Ordnung ist und Du  nicht „enttäuscht“ bist von ihnen?

Wie sehr brauchst Du es, dass andere so sind, wie Du es richtig findest?

Wie es Dir gefällt? Wie es Dir angenehm wäre? Wo wäre denn da der Witz? Und je mehr Du es brauchst, „Kontrolle“ zu haben über das Verhalten und die Reaktionen anderer, je mehr Du es Dir wünschst – desto höher ist Dein Potential für Enttäuschung und Verletzung – und desto höher ist wahrscheinlich auch Deine Angst vor anderen: Eigentlich ist sie nur da, weil Du „etwas willst“ und Angst hast, dass Du  es nicht bekommst.

Gehe einen Schritt weiter und achte auf Deine Betrachtung der Welt: Höre auf, mit der Realität zu kämpfen.

John Lennon soll einmal gesagt haben: „Life is what happens, while you are busy making other plans.“ (Leben ist was passiert, während Du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen) Und genau so ist es: Es ist egal, ob Du etwas anderes vorhattest, ob Du diesen Stau nicht gebrauchen kannst, ob es jetzt regnet obwohl etwas anderes angesagt war, ob Du jetzt gerade Besuch erwartest hast, ob Du willst dass die Wäsche so oder so aufgehängt werden soll… alles ist, wie es ist. Immer.

Und immer wenn Du denkst: „Warum jetzt das?“ oder „Das sollte nicht sein“ befindest Du Dich im Clinch mit der Realität. Du bist gegen die Realität. Du verurteilst die Welt um Dich herum… das macht Dich klein und nährt Deine negative Selbstbetrachtung – also hör auf damit. Lerne nach vorn zu sehen, anstatt Dich zu beklagen. Nach Lösungen zu suchen, anstatt nach Schuldigen.

Die einzig wertvolle Frage lautet: „Was jetzt!?“

Nicht warum oder warum nicht oder mit welchem Recht. Streite nicht mit der Realität. So verschwendest Du auch weniger Zeit und weniger Lebenskraft und kannst mehr positive Kraft aus der Energie entwickeln, die Du früher für’s Jammern verbraucht hast. Du kannst Lösungen und neue Wege finden.

Merke: Du kannst die Welt nicht ändern, aber Du kannst lernen, flexibel zu sein und Dich um das zu kümmern, was Du ändern kannst.

Das Interessante dabei ist: Je mehr Du gegen etwas kämpfst, umso größer scheint es zu werden. Wenn Du aber aufhören kannst „gegen“ zu sein, kannst Du die Energie nutzen und in das „Für“ stecken. Dann wirst Du das „Für“ vergrößern und bewegst Dich gutgelaunt in die positive, lösungsorientierte Richtung.

3. Schritt: Nimm alle Deine Gefühle an

Höre auf Deine wahren Gefühle und Deine Persönlichkeit zu verstecken und zu unterdrücken. Die meisten meiner Klienten haben die meisten ihrer Probleme, weil sie entweder Gefühle unterdrücken oder versuchen, etwas zu verbergen – zum Beispiel ihre Selbstverurteilung oder ihr negatives Selbstbild.

Bei einem Date oder Flirt versuchen wir dann so zu tun, als ob wir die ganze Zeit „souverän“ wären – verbergen unsere Unsicherheit, unsere Nervosität und suchen nur nach Bestätigung… und verlieben uns nicht – weil wir gar nicht wirklich da sind, weil wir uns verbergen.

Gefühle zu unterdrücken ist genau wie gegen die Realität zu kämpfen:

Das verborgene Gefühl wird größer und größer und immer mächtiger und Du brauchst immer mehr Kraft und immer mehr Deiner Energie, um es zu bekämpfen. Du bist die ganze Zeit damit beschäftigt, gegen Deine Ängste, Deine Wut, Deine Trauer, Deine Scham, Deine Hilflosigkeit zu kämpfen. So sehr, dass Du gar nicht mehr weißt, warum Du diese Gefühle überhaupt empfindest… Wenn Du bereit bist, Dich mit ihnen auseinander zu setzen, sie zu spüren, ihnen Raum zu geben – dann kannst Du sie untersuchen, kannst sie ergründen, kannst sie in Frage stellen und gibst Dir selbst die Möglichkeit, sie zu heilen.

Die meisten dieser Gefühle kommen aus dem „Lernen“ heraus:

Wir haben als Kinder „gelernt“, dass wir so, wie wir sind, nicht „richtig“ sind. Die unterschiedlichsten Menschen haben ihre Anforderungen an uns gestellt und uns eingetrichtert, dass wir so oder so oder so sein müssen, um „richtig“ zu sein. Dass wir nicht gut genug sind und es niemals sein werden.

Dann haben wir noch „gelernt“, dass wir nur die „schönen“ Gefühle haben sollen: Immer freundlich, nett und gutgelaunt – doch das ist nicht wahr. Es ist erlaubt, wütend zu sein, enttäuscht zu sein, neidisch zu sein – Du musst es nicht sein, aber Du darfst!

Manchmal waren diese Anforderungen an uns sogar gut gemeint – z.B. „Iss was, Du bist ja viel zu dünn“ sollte uns eigentlich motivieren, nicht zu verhungern. Doch bei den meisten Menschen bleibt „Du bist ja viel zu dünn“ als „Du bist hässlich“ hängen. Doch auch das ist nicht wahr – es sind nur Konzepte, die Du zu billigen Ausreden machst, warum Du kein Glück haben kannst.

Alle Gefühle sind wichtig. Alle Gefühle gehören Dir. Du bist richtig so wie Du bist – auch wenn das gerade nicht strahlend und souverän ist. Auch wenn Du Dich hilflos fühlst oder ängstlich. Das bist nicht Du – es sind die Gefühle, die Du hast. Du bist viel mehr als das.

Wie diese drei Schritte Dich zur Liebe bringen:

Wenn wir bemerken (und vielleicht sogar damit aufhören) konnten, uns selbst und andere zu verurteilen, dann können wir erkennen, dass alle anderen Menschen einfach – genau wie wir selbst – unbewusst ge- und verurteilt haben. Wir können sehen dass jeder insgeheim will, dass alle Menschen und die Welt so wären, wie man sie gerne hätte. Auch die Menschen, die uns irgendwann mal gesagt haben, dass wir anders sein sollen… 

Und dann können wir schmunzeln… wir können schallend lachen, anstatt zu weinen, zu jammern oder eine Opferhaltung einzunehmen.

Das sind tatsächlich die drei Schritte zu einer glücklichen Partnerschaft und einem glücklichen Leben:

  1. Sei gut zu Dir selbst – gib Dir selbst Respekt und Anerkennung
  2. Kämpfe nicht gegen die Realität und hör auf, andere so haben zu wollen, wie Du es gerne hättest
  3. Nimm Deine Gefühle an und kämpfe nicht gegen Dich selbst

Ja, tatsächlich steht hier nichts davon „wie man effizienter sucht“ oder ähnliches… denn das ist tatsächlich nicht mehr nötig, wenn Du in der Lage bist, diese drei Schritte zu gehen. Du wirst ganz automatisch immer mehr Menschen begegnen, die Dich annehmen – so wie Du Dich selbst und sie bereit bist, anzunehmen.

Du wirst die Liebe finden – ohne sie suchen zu müssen… sie wird in Dir wachsen und Du wirst sie spüren können und Du wirst sehr bald Menschen bemerken, die genau dazu passen.

Meine 4 Schlüssel zur Liebe basieren auf diesen Erkenntnissen:

  • Kontaktfähigkeit
  • Interaktion
  • Liebesfähigkeit
  • Selbstvertrauen & Selbstwert

Dies sind die vier Säulen einer gelingenden Beziehung – doch Selbstvertrauen kommt nicht von alleine und über Nacht – es ist eine Folge Deines täglichen Handelns. Und leider haben wir häufig nicht gelernt, echtes Selbstvertrauen (unabhängig von Leistung und Bewertung) aufzubauen.

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Neu: Der Nina Deißler Podcast

In meinem Podcast geht es um die Themen, die mich bewegen: Flirt, Dating, Partnerschaft, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Männer, Frauen, 6 und Liebe.

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