Schon oft habe ich hier im Blog Artikel übers Flirten und „Flirtanleitungen“ veröffentlicht –  doch warum überhaupt, das habe ich zum Teil vernachlässigt.

Dabei habe ich dazu eine so schöne Geschichte:

Bei einem meiner Flirt-Seminare sagte eine Teilnehmerin mal zu mir:

„Nina, ich verstehe ja, was Du uns da erklärst, dass man im Alltag flirten soll und dass das mit dem Flirten unverbindlich sein soll, ein Spiel ist und Spaß machen soll und so weiter… Aber weißt Du: Ich bin Single und wünsche mir eine Partnerschaft. Für mich ist das, als würdest Du mir sagen, ich sollte mit meinem Essen spielen. Aber ich habe solchen Hunger! Ich will nicht mit meinem Essen spielen… ich will essen!“

Bis heute muss ich immer noch schmunzeln über diesen eindrücklichen Vergleich. Und ich habe ihn sehr gerne aufgenommen und darauf folgendes geantwortet:

„Ja, das verstehe ich. Nur schau: Wer richtig Hunger hat, isst alles. Wenn Du richtig doll Hunger hast, dann isst Du auch Sachen, die eigentlich nicht gut für Dich sind. Oder Du bezahlst viel zu viel für noch dazu schlechtes Essen. Du bist schlichtweg alles andere als wählerisch, wenn Du sehr hungrig bist – Hauptsache satt! 

Der Flirt – das wäre so etwas wie eine Kostprobe. In vielen Restaurants gibt es den „Gruß aus der Küche“ (wenn man es ganz vornehm möchte: Das „Amuse Bouche“ bzw. „Amuse Geule“) – davon wirst Du zwar nicht satt, aber Du hast schon mal etwas zum Probieren und bekommst einen Eindruck von dem, was Dich bei den Hauptgerichten erwartet. Und bekommst eventuell Lust auf mehr.

Stell Dir vor, Dir schmeckt überhaupt nicht, was Du bekommst – dann würdest Du doch nicht das ganze Menü bestellen?

Und jetzt stell Dir vor, dass Du eine „Probiertour“ machen könntest: Alle Restaurants böten Dir an, dass Du bei ihnen eine kleine Kostprobe haben kannst – würdest Du vielleicht auch neue Lieblingsrestaurants finden? Bestimmt, oder? Und wie hungrig wärst Du, wenn Du wüsstest, dass Du jederzeit überall probieren kannst? Wie leicht würdest Du dann noch fast alles nehmen, was man Dir vorsetzt? Dann wäre doch „Hauptsache satt“ nicht mehr das Maß der Dinge – sondern Du würdest viel besser schauen können, was Dir wirklich schmeckt, oder?“

Nicht nur die Teilnehmerin – der ganze Kurs amüsierte sich sehr gut über diesen Vergleich – und vielleicht konntest Du das auch nachvollziehen und auf das Flirten im Alltag übertragen, oder?

Vielleicht fällt es Dir auch schwer, unverbindlich und leicht zu „spielen“ – weil Du nicht unverbindlich sein möchtest. Gerade wer Single ist und sich einen Partner wünscht, dem fällt der Flirt und die Unverbindlichkeit oft schwer, weil er sich ja eigentlich etwas „verbindliches“ wünscht.

Wäre da nicht…

Die Sache mit dem „Hunger“

Letztlich stellt sich jeder die Frage: Wie schaffe ich es, in Flirt-Situationen nicht bedürftig zu sein, wo ich es doch eigentlich bin, denn ich habe ein Bedürfnis: Ich will einen Partner.

Wenn Du immer nur dann flirten willst, wenn Du meinst, unbedingt etwas erreichen zu müssen, dann klappt es meistens nicht, weil Du dann angespannt bist und eben „Hunger“ hast. In Wahrheit weisst Du ja noch gar nicht, ob er andere wirklich zu Dir passt – das ist eine „Wahnvorstellung“, die durch den „Hunger“ ausgelöst wird.

Dieser „Hunger“ erzeugt meistens auch einen gewissen Druck – und mit Druck flirtet es sich ganz schlecht… Im Flirt willst Du anziehend sein und Deinem Gegenüber Lust auf mehr machen. Lust auf mehr von Dir zum Beispiel, doch das funktioniert nicht, wenn Du selbst „hungrig“ bist.

Das kann direkt in zwei Richtungen schief gehen:
  • Zum einen kann es dazu führen, dass Du Dich auch auf jemanden einlässt, der vielleicht gar nicht so gut zu Dir passt – aber Du willst es passend machen, weil da endlich mal jemand ist… der Hunger ist quasi so groß, dass Du Dir schönredest, was Du bekommst. Hauptsache satt.
  • Zum anderen kannst Du leicht in die Bedürftigkeit abrutschen: Wenn Dir jemand gut gefällt und Du „zu hungrig“ bist, dann überforderst Du diesen Menschen möglicherweise, weil Du „hungriger“ (weil „ausgehungert“) bist, als er/sie – und dann willst Du so schnell „verbindlich“ werden, dass der andere – der eben noch „Lust auf mehr“ hatte, sich plötzlich tatsächlich wie das sprichwörtliche „Kaninchen vor der Schlange“ fühlt (das ja auch zur Mahlzeit werden soll) und Reissaus nimmt.

Der Flirt macht viellicht nicht satt – aber er bewahrt Dich in jedem Fall vor dem „ausgehungert sein“, wenn es um Dein Selbstwertgefühl geht und um das Gefühl, attraktiv zu sein für andere. 

Wenn Du im Alltag flirtest, dann bist Du ja außerdem nicht nur der, der „Kostproben“ von anderen bekommt – Du bist auch derjenige, der „Kostproben“ von Dir verteilt.

Mit jedem Flirt zeigst Du ja, was es bei Dir „gibt“: Welchen Humor Du hast. Was Deine Art von Charme ist. Wofür Du Dich interessierst. Was Dir Spaß macht… und genau so kannst Du anderen auch Lust auf mehr von Dir machen.

Im (unverbindlichen) Flirt bietest Du Kontakt mit Dir an – und wenn dieser Kontakt für Dein Gegenüber angenehm und interessant ist, kann es durchaus sein, dass daraus ganz natürlich Lust auf mehr entsteht – wenn der andere bereit und geeignet ist. Irgendwie hat Flirten auch etwas mit Verkaufen zu tun… 

Ob dies „sein muss“ oder „sein darf“, kannst Du ja dann immer noch selbst entscheiden – aber meistens macht es Spaß und beschert einen schönen Moment im Alltag. Nicht jeder will gleich en Date, eine Beziehung oder Sex, nur weil man einander zum Lächeln bringt oder ein gutes Gefühl vermitteln kann…

 

Wenn Du öfter und besser im Alltag flirten möchtest, das kannst Du lernen: In meinem Training „Komm in Kontakt“ lernst Du eine Menge ganz einfach Möglichkeiten kennen, wie Du das Flirten ganz leicht in Deinen Alltag integrieren kannst und so immer aufmerksamer, lockerer und besser darin wirst.

Und das Beste: Das macht auch noch Spaß!

Bild: Depositphoto.com

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In meinem Podcast geht es um die Themen, die mich bewegen: Flirt, Dating, Partnerschaft, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Männer, Frauen, 6 und Liebe.

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