Heute morgen erzählte mir meine Mitarbeiterin davon, wie ihr Schwester ihren neuen Freund kennen lernte. Ich erinnerte mich dabei nicht nur an meine eigenen „Kennenlerngeschichten“, sondern auch an so manche, die mir in den letzten Jahren aufgefallen war: Viele dieser Geschichten sind nämlich nur deshalb eine Liebesgeschichte geworden, weil es den sogenannten „Magic Moment“ gab: Diesen Moment, in dem einer von zwei Menschen sich ein Herz fasste und etwas „Besonderes“ / Außergewöhnliches getan hat, was bei der anderen Person Aufmerksamkeit erregt oder sie/ihn ganz besonders berührt hat.

Diesse außergewöhnliche Handlung allerdings muss für den, der sie tut gar nicht so außergewöhnlich sein:

In meiner eigenen aktuellen Liebesgeschichte gab es gleich mehrere solcher Momente. Für mich war es gar nicht so ungewöhnlich, damals diesem Musiker Claudius Mach bei Myspace ins Gästebuch zu schreiben, dass ich seine Musik „wie erwartet“ sehr toll finde und hoffe, dass wir uns mal kennen lernen, wenn er in Hamburg ist. Ich hatte schon so viel Gutes über ihn und seine außergewöhnlichen Texte gehört, dass ich tatsächlich nichts anderes erwartet hatte, als etwas wirklich Tolles. Dieser Mann allerdings war ziemlich beeindruckt davon, dass jemand, den er gar nicht kennt, von ihm nichts anderes erwarten würde, als wirklich gute Musik… Als dieser Mann dann drei Wochen (und gefühlte 100 EMails) später in Berlin-Kreuzberg den Arm um mich legte und mich seinen Freunden mit den Worten „Das ist sie. Das ist meine Nina.“ vorstellte, war das für ihn zwar auch mutig doch ebenfalls ziemlich „normal“. Er konnte ja nicht ahnen, dass ich nur wenige Wochen vorher meiner Freundin sagte, dass ich mir einen Mann wünsche, der mich seinen Freunden mit den Worten „Das ist sie“ vorstellt. (Eine Sammlung all dieser Verrücktheiten und vieles mehr gibt es übrigens in unserem Buch „Für immer verliebt. Was Paare wirklich glücklich macht“ (Knaur, 12,99) nachzulesen)

Bei der Schwester meiner Assistentin war es der spontane Abschiedskuss, den der „neue Mann“ der Schwester am ersten Abend gegeben hatte und die Tatsache, dass er am nächsten Tag nochmal eine Stunde doppelten Weg auf sich nahm, um sich „anständig“ zu verabschieden. Bei meinem Ex-Freund T. war es die galante, altmodische Geste, wie er mir mitten in der Nacht nach einem Kneipenbummel seinen Arm anbot, um mich unterzuhaken. Mein Ex-Freund R. schrieb mir am Abend unseres zufälligen Kennenlernens eine Postkarte (er war sturzbetrunken und sehr ehrlich – aber auch sehr süß). Bei meiner Freundin H. war es ein Kosename, den der betreffende Mann bereits am ersten Abend für sie hatte und den er so zärtlich aussprach, dass sie das am liebsten immer wieder hören wollte und sich in diesen Mann verliebte. Und bei meiner Bekannten A. war es die besondere „Dreistigkeit“ des Mannes, die sie wirklich faszinierte, so dass sie einfach neugierig wurde, was wohl dahinter steckte.

Was ich damit sagen möchte:

Fast alle meine Leser und Klienten machen sich wahnsinnig viele Gedanken darüber, was andere über sie denken könnten. Was „richtig“ ist. Was von ihnen erwartet wird. Was „erlaubt“ ist. Was möglich ist und was sie dürfen, sollen, müssen, können und so weiter und so weiter. Welche Spielregeln es gibt und was man sagen soll und darf – und was nicht.

Doch am Ende gibt es für all das keine Formel und kein Patentrezept ausser: Sei mutig und tu wonach Dir ist.

Es geht nicht darum, was Du nicht kannst oder was Du schon erlebt hast oder wer Du früher warst oder was Du Dich früher nicht getraut hast. Es geht darum, dass man – wenn dieser eine Mensch vor einem steht, den man wirklich toll findet – das tut, was man selbst für gut und richtig hält – selbst oder gerade (!) wenn es einem vielleicht ein wenig tollkühn, verrückt, albern, altmodisch, dreist, seltsam, wagemutig oder voreilig vorkommen mag.

Es geht darum, diesen einen Moment Mut zu wagen und etwas zu tun, das „anders“ ist. Anders als das, was wir jeden Tag erleben, hören, sagen und sehen. Denn genau das ist, was nötig ist für einen „Magic Moment“ – eine Gelegenheit zu erschaffen, besonders zu sein.

Ich freue mich sehr, wenn Du selbst vielleicht auf einen „Magic Moment“ erschaffen hast, und ihn hier in den Kommentaren veröffentlichen möchtest.

Wenn Du gerne selbst wagemutiger sein möchtest, Dich gerne öfter mehr trauen willst um diese Gelegenheiten nicht immer wieder verstreichen zu lassen: Schau doch mal in meine Kursangebote auf www.kontaktvoll.de. Vielleicht sehen wir uns ja?

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