Als ich den Artikel über „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ – die Top 5 der Reue zum Lebensende – schrieb, fiel mir ein, dass ich ein ähnliches Buch schon im Schrank habe:

Es heißt „Hätte ich doch…  von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt“ und ist von der deutschen Sterbebegleiterin Doris Tropper geschrieben.

Doris Tropper hat einige Fälle von Menschen dokumentiert, die sie betreut hat bis zu deren Ende. Sie erzählt in ihrem Buch die Geschichte dieser Menschen und zieht aus jedem der – sehr unterschiedlichen – Fälle ein Resümee. Am Ende des Buchs hat sie aus ihren Erlebnissen und aus dem, was offenbar die meisten Menschen bereuen, als Fazit „10 Gebote für Lebende“. Es sind quasi zehn Lebensregeln für den Alltag entwickelt.

Ich habe mir diese vorgenommen und sie verglichen mit meinen Erfahrungen – als Mensch, ganz privat in meinem Leben und auch als Coach und Trainerin:

Ein Leben, das Du nicht bereuen möchtest?

Die meisten Menschen, die zu mir kommen, wünschen sich einen Partner. Noch mehr allerdings wünscht sich die Mehrheit der Menschen ein anderes Leben: Sie wünschen sich, dass sie ihr Leben mehr genießen können, dass sie mehr Freizeit und mehr Freiheit hätten. Sie wünschen sich, dass mehr lieben und mehr geliebt würden und dass sie mehr Lebensfreude hätten…

…und all das möglichst ohne irgendetwas an sich selbst, ihrem Denken und ihrem Handeln zu ändern.

Irgendwie erscheint es vielen Menschen nicht aufzufallen, dass das widersprüchlich ist. Zumindest so lange, bis ich ihre Wünsche zusammenfasse: „Alles soll sich ändern – nur Du nicht.“

Naja, ganz so krass ist es dann doch meistens nicht. Und dennoch hört der Veränderungswille meistens da auf, wo ein Mensch etwas anderes machen soll, als er es bisher gemacht hat. Dort, wo ein Gedanke mal nicht auf ein „Ja, kenn ich – weiß ich – mach ich schon.“ trifft, sondern tatsächlich neu oder doch wenigstens ungewohnt und damit vielleicht auch unbequem ist.

Wenn Du ein Leben führen möchtest, in dem Du am Ende nichts zu bereuen hast, dann tust Du gut daran, Dir nicht einen Plan zu machen, wann Du irgendwann später mal damit anfangen könntest. Fang jetzt an.

Dies sind die „10 Gebote für Lebende“ von Doris Tropper – sie sind als Ansatz durchaus hilfreich und ich habe sie um einige Gedanken aus meiner Erfahrung ergänzt. Ich hoffe, sie unterstützen Dich dabei, ein Leben zu führen, dass Du nicht bereuen wirst, wenn es einmal zu Ende geht.

 

Die 10 Gebote für Lebende – und was ich dazu gelernt habe:

1. Genieße den Tag, als gäbe es kein Morgen

Das ist sicher oft leichter gesagt als getan! Der Alltag, die Arbeit, das Wetter, Verpflichtungen… das kennen wir doch alle!

Und dennoch: Jeder Tag, den Du hast, ist ein Geschenk – und leider wird uns das eben erst dann bewusst, wenn die Anzahl der Tage sich merklich dem Ende naht und immer weniger wird. Und gerade dann, fehlt es vielen Menschen an Kraft und Gesundheit, diese Tage so zu genießen, wie sie gerne würden.

Erinnere Dich zumindest einmal pro Woche daran, dass die nächste unsere letzte Woche sein könnte und mach mindestens einmal in der Woche etwas, das Du wirklich gerne tust oder wage auch etwas. Etwas neues, das Deinen Horizont erweitert… So dass Du nicht zu viel bedauern oder bereuen musst, wenn es zu spät ist…

Erinnere Dich daran, dass Dein Leben endlich ist und hör auf, alles Schöne immer nach hinten zu schieben.

 

2. Blicke nicht in Trauer auf das zurück, was nicht möglich war

Was nicht war, war eben nicht – machen wir das Beste aus dem Heute, denn mit Trauer oder Bereuen veränderst Du die Vergangenheit nicht, Du versauest Dir nur den Tag – die Gegenwart und damit auch die Zukunft.

Du kannst nie wissen, ob das, was Du vermeintlich verpasst hast, wirklich ein Verlust gewesen wäre: Wir neigen dazu, uns „Unerfülltes“ verklärt und übermäßig positiv und erfüllend vorzustellen. Vor allem, wenn wir in unserer jetzigen Situation nicht so glücklich sind… und dabei übersehen wir, dass wir häufig in der jetzigen Situation deshalb sind (und nicht glücklich) weil wir so hängen an dem, was hätte sein können, anstatt das zu gestalten, was ist.

 

3. Gehe mit Gelassenheit in den neuen Tag, denn er wird schön werden

Ja, vielleicht auch nicht – aber wenn wir uns nicht vornehmen, dass er schön wird und nicht gelassen sind, dann wird der Tag ganz sicher auch nicht besser… also – auch wenn es Montagmorgen ist: Kopf hoch und Mundwinkel nach oben – jeder Tag kann gut werden, wenn wir ihm eine Chance lassen!

Menschen, die ein sogenanntes „Glückstagebuch“ führen, stellen tatsächlich fest, dass sie sich selbst als glücklicher wahrnehmen. Das hat vor allem damit zu tun, dass sie aktiv Ausschau halten nach guten Erlebnissen und Glücksmomenten, die sie am Abend in jenes Glückstagebuch eintragen können. Allein das Ritual, vor dem Einschlafen drei Dinge zu notieren, die am vergangenen Tag positiv waren, steigern das Empfinden für das Gute im Leben bereits spürbar! Und dann: Freue Dich auf den kommenden Tag.

 

4. Übe Dich in Geduld und verliere nie die Hoffnung und die Zuversicht

Das mit der Hoffnung kann tückisch sein, denn darin kann man sich auch verlieren – aber bei der Zuversicht stimme ich Frau Tropper zu. Entspann Dich: Am Ende wird alles gut… und wenn nicht alles gut ist, dann ist es noch nicht das Ende, so lautet ein Sprichwort – und vielleicht ist da wirklich etwas dran. So oft habe ich Situationen erlebt wo ich dachte „Ach du Sch….“ und am Ende war ich froh, denn alles hatte seinen Sinn. Das Leben geht immer auf und ab und in wundersamen Windungen.

Je mehr ich lernte, mich zu entspannen und zuversichtlich zu bleiben, umso einfacher wurde es. Lass Dich nicht zu schnell ins Bockshorn jagen und vor allem: Gib nicht schon auf, bevor Du überhaupt angefangen hast!

In einem Roman von Terry Pratchett gab es einmal den Ausspruch: „Die Chancen stehen eins zu eine Million. Mit anderen Worten: Es könnte klappen!“ daran muss ich öfter mal denken und dann lächeln. Und oft ist es dieses zuversichtliche Lächeln, das mir Türen öffnet.

 

5. Suche mitten im Alltag die kleinen Oasen und genieße die kleinen Freuden des Lebens

Es muss nicht immer Schampus sein… jedes mal, wenn ich mir ein paar Minuten Zeit nehme und z.B. mit meinem Hund spiele, macht uns das beide für Stunden glücklich und zufrieden. Oft jedoch versauen sich Menschen das Leben damit, dass sie glauben, sie können erst glücklich und zufrieden sein wenn….
…sie einen Partner haben, abgenommen haben, Kinder haben, die Kinder aus dem Haus sind, der neue Job da ist, die neue Wohnung und so weiter und so weiter.

Doch Glück sind oft kleine Momente, die jederzeit und überall lauern und einfach nur wahrgenommen werden wollen.

Viele kleine Freuden zu bemerken, ist am Ende eine große Freude.

Warte nicht auf das „große Glück“ – manchmal kann es Deinen Tag retten, wenn Du jemanden zum Lächeln bringst.

 

6. Bleibe beweglich in Körper und Geist, aber verausgabe Dich nicht ganz

Es gibt Menschen, die „erstarren“ und andere sind nie „fertig“ – müssen immer noch mehr machen, lernen, abnehmen, Muskeln aufbauen, Geld verdienen – was auch immer. Sie können gar nicht genießen, was sie schon erreicht haben, gönnen sich keine Pause. Andere wirken schon tot bevor sie sterben… nichts von beidem ist sinnvoll!

Tu immer wieder etwas für Dich: Treibe ein bisschen Sport, bilde Dich weiter – aber gönne Dir auch Pausen und leiste es Dir, auch mal einfach zu entspannen, nichts zu tun und Dein „Akku“ (körperlich und geistig) wieder aufzuladen. Vergiss nie, dass Dein Körper Dir treu ergeben ist und Deinen Geist beständig durch diese Welt trägt – sei gut zu ihm und dankbar dafür.

7. Dinge, die nicht zu ändern sind, warten darauf, losgelassen, verabschiedet oder ins Leben integriert zu werden

Oh ja – denn es gibt keinen schlimmeren Energiefresser als das: In meinem Coachings ist das eine unserer wichtigsten Aufgaben, denn nur so sind wir frei für Neues – für Gutes: Lass los, was nicht zu ändern ist. Lerne, was es zu lernen gibt und geh weiter.

Viele Menschen klammern sich regelrecht an ihre Vergangenheit – egal ob gut oder schlecht: Manchmal sogar an vergangenen Schmerz. Sie bleiben Opfer und damit ohne Chance, ihr Leben positiv und selbstbestimmt zu (er)leben. Doch was in der Vergangenheit liegt, ist nicht zu verändern – hole es nicht ständig wieder, sonst wieder-holt es sich ständig!

 

8. Verliere nie die Neugier am Erforschen und Ausprobieren

Es gibt so viel zu entdecken auf diesem spannenden Planeten – alles was neu ist, kitzelt und macht uns reich!
Der Flirt zum Beispiel fällt so vielen Menschen nur deshalb so schwer, weil sie sich nicht von ihrer Erwartung an ein bestimmtes Ergebnis lösen können – doch wenn wir neugierig sind und „erforschen“ möchten, wird es plötzlich so viel einfacher…
Je mehr Du erlebst und entdeckst, je neugieriger Du bist – umso interessanter bist Du! Plötzlich hast Du was zu erzählen – und noch besser, wenn Du zuhörst.

Wer Interesse an anderen hat und dies auch zeigen kann, wird nie Probleme haben, Menschen kennen zu lernen – und führt ein interessantes Leben…

Wenn Du möchtest, dass Dein Leben schöner wird – und dass Du es nicht bereuen wirst, beginne damit Neues zu entdecken. Das können ganz kleine Dinge sein: Ein anderer Weg zur Arbeit, eine neue Eissorte, ein Buch oder einen Vortrag über ein Thema, das Du nicht kennst – eine Farbe, die Du noch nie getragen hast… oder auch größere: Eine Reise, ein unbekannter Ort, ein neues Hobby! Nichts davon wirst Du bereuen, denn hinterher kannst Du sagen: „Ich habe das ausprobiert und ich weiss jetzt, es gefällt mir (nicht)„.

 

 

9. Betreibe regelmäßig „Wurzelpflege“ und definiere den eigenen Standort neu

Wir alle sind die Kinder von jemandem und stammen irgendwoher – wenn wir ablehnen, verleugnen oder hassen, woher wir kommen, macht uns das unglücklich und ein immer währender Schatten liegt auf unserem Dasein. Definiere Dein „Jetzt“ nicht beständig durch Dein „Früher“ – wir alle haben eine Geschichte. Du kannst wählen, wie Du sie erzählst.

Wenn wir uns aber nicht trauen von unseren „Wurzeln“ aus zu wachsen und zu entwickeln, wenn wir uns nicht erlauben, groß zu werden, werden wir immer klein und in gewisser Weise auch ein unmündiges, abhängiges Kind bleiben…

 

10. Denk nicht immer nur an die anderen, sondern auch an Dich selbst.

Die Balance ist hier der Schlüssel: Nicht selten erlebe ich in meinen Seminaren Menschen, die so sehr gewöhnt daran sind, ihre Bedürfnisse zu sehen und erfüllt haben zu wollen, dass sie taub und blind zu sein scheinen, für die Bedürfnisse anderer Menschen. Sie sehen und spüren ihren Hunger – auch den nach Liebe. Sie suchen nach einem Partner aber eigentlich sehnen sie sich in erster Linie nach einem Menschen, der ihre Bedürfnisse erfüllt. Kein Wunder, dass dies schwer machbar ist…
Andere wiederum sind gar nicht bei sich, denken die ganze Zeit darüber nach, was andere von ihnen erwarten oder denken könnten und vergessen darüber einfach, sie selbst zu sein.

Man kann diesen Satz daher als Gebot vorwärts wie rückwärts ernst nehmen und er erinnert mich an eines der biblischen 10 Gebote: „Liebe Deinen Nächsten wie auch Dich selbst“ – was impliziert, dass wir uns selbst lieben sollen und die anderen auch. Das wäre doch mal was!?

 

Manche dieser „Gebote“ sind sehr einfach verstehen und auch zu integrieren. Ich weiß aus Erfahrung, dass manche auch schwer fallen können, weil sie zum Teil dem entgegenstehen, was in unserer Gesellschaft „normal“ ist oder erwartet wird.

Immer mal wieder höre ich in meinen Seminaren von Teilnehmern Sätze wie „Warum hat man uns das nicht in der Schule beigebracht?“. Naja – einerseits frage ich mich das manchmal auch, aber die meisten Lehrer, die ich kenne, haben von genau diesen Dingen selbst so wenig Ahnung gehabt, dass da vermutlich einfach keiner war, der einem das hätte beibringen können.

Vor einigen Jahren machte mir ein Bekannter Vorschläge, wie ich mein Geschäft vervielfachen könnte – unter anderem z.B. durch „Franchising“ und ähnliche Modelle. Ich lud ihn ein, einen Kurs bei mir zu machen – danach machte er mir nie wieder einen derartigen Vorschlag, denn sein Fazit war: „Ich verstehe: Dein Kurs bist Du!“. Jeder von uns hat die Wahl, ob er sich vom Alltag auffressen lässt, oder beginnt ein Leben zu leben, dass er später nicht bereuen wird.

Es ist egal, ob Du in der Stadt oder auf dem Land lebst, ob Du Single bist oder in einer Beziehung, ob Du Kinder hast oder nicht und so weiter und so weiter:

Du hast immer die Wahl, ob Du Dein Augenmerk auf das richtest, was nicht optimal ist oder was anders ist, als Du es gerne hättest oder was schwer, nicht möglich, nicht zu Deinem Vorteil, nicht „gerecht“ für Dich ist – oder ob Du das Beste machst, aus dem, was da ist, was möglich ist, was jetzt geht.

Wenn Du Dich davon anstecken lassen willst, sei herzlich Willkommen!

Im Programm „Selbstvertrauen jetzt“ begleite ich Dich über mehrere Monate und helfe Dir, Schritt für Schritt das Leben zu gestalten, dass Du wirklich willst!

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