Hand aufs Herz: kämpfst Du auch mit Problemen beim Verlieben?

Du wärst in guter Gesellschaft – viele Menschen, die eigentlich so gut zusammen passen würden, verlieben sich gar nicht erst ineinander, weil diese beiden unbewussten Hindernisse ihnen im Weg stehen!

Vor zwei Jahren erschien mein Buch „Beziehungsstatus: Kompliziert. Die absolute Wahrheit über Männer, Frauen, Sex und Liebe„. Unter anderem erkläre ich dort die Mechanismen von Anziehung und Verliebtheit.

Die größten Probleme beim Verlieben sind den Prägungen und „Regeln“ unserer Gesellschaft geschuldet. Häufig bemerken wir gar nicht, dass wir diese Verhaltensweisen in die Möglichkeit einer Liebesbeziehung hineinbringen und das dies dazu führt, dass es nicht dazu kommt, dass wir uns verlieben:

 

Die beiden größten Probleme beim Verlieben sind:

  1. unser beständiges Streben nach „Effizienz“
  2. das unbewusste Bedürfnis, souverän sein (oder wenigstens wirken) zu müssen

 

Diese beiden Verhaltensmuster sind es, die uns im Alltag beständig begleiten:

Alles soll möglichst gut funktionieren, kalkulierbar sein, der Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis stehen, wir wollen wissen, woran wir sind – und das möglichst schnell. Und… wir wollen stets alles im Griff haben – oder doch wenigstens so wirken, als ob.

Kommt Dir das bekannt vor?

Und wieso machen diese – an sich ja recht positiv besetzten – Bedürfnisse Probleme beim Verlieben?

Ganz einfach:

Liebe und Verlieben an sich sind alles andere als effizient – und wer dabei ist, sich zu verlieben, ist in der Regel absolut nicht souverän.

Im Gegenteil…

Und genau darum geht es doch: Dass da plötzlich dieser Mensch ist, der es schafft, Dich aus der Fassung zu bringen… und Du nicht mehr vernünftig bist…

Doch Effizienz und Souveränität, diese beiden Dinge sind in unserem täglichen Leben – oder zumindest in unserem beruflichen Leben – allgegenwärtig und sehr wichtig:

Leistung zählt, das bekommen die meisten von uns schon ab dem Kindergartenalter eingetrichtert. Und so versuchen wir die Prinzipien, die uns bisher im Leben an jeder Stelle begleitet haben, automatisch und völlig gedankenlos auch auf den Bereich der Liebe und Partnerschaft zu übertragen.

 

Was wir bisher „gelernt“ haben, sieht bei den meisten Menschen ungefähr so aus:

Regel # 1: Du musst gut genug sein – also musst Du Dich anstrengen!

Regel # 2: Du darfst keine Fehler machen –  sei perfekt!

Regel # 3: Wenn Du nicht weiter weißt, darf der andere das auf keinen Fall merken – sei souverän!

Regel # 4: Du musst beeindrucken – also streng Dich an, sei perfekt, souverän und besser!

Natürlich merken wir das oft gar nicht – und wir wollen es auch gar nicht… Aber wir handeln oft genug dennoch danach! Traurig, aber wahr!

Und fällt dir was auf?

Wie wirkst Du, wenn Du Dich anstrengst? Vermutlich angestrengt… klingt nicht nach „Schmetterlingen im Bauch“. Und wie romantisch ist schon Souveränität?

Leider funktioniert Verlieben nicht nach diesen Regeln – und genau das ist das Besondere daran! Wir können uns Aufmerksamkeit, Respekt und auch Wertschätzung verdienen – aber nicht Liebe.

Liebe ist nicht effizient. Liebe ist nicht souverän. Und Liebe lässt sich nicht kalkulieren… Hunderte Forscher haben in unzähligen Studien versucht herauszufinden, ob sie zuverlässig bestimmen können, was zu Verliebtheit führt – und sie konnten zwar einzelne Komponenten finden, die es begünstigen – aber insgesamt sind alle Versuche, Liebe und Verlieben kalkulierbar zu machen, gescheitert.

Die Liebe ist und bleibt ein Geheimnis… und was uns verliebt macht, ebenso. Doch was es verhindern kann, das ist deutlich!

Leistungsdruck, Perfektionszwang und das Verschanzen hinter einer Maske (und nichts anderes ist vorgetäuschte Souveränität) sind unsere größten Probleme beim Verlieben, denn das Verlieben gehorcht nun mal nicht den „Regeln“ der Leistungsgesellschaft.

Wir können für Leistung, Souveränität und Wissen zwar bewundert werden, aber nicht zwangsläufig geliebt.

Wir können nach Perfektion streben aber sie wird uns keinen Partner schenken.

Häufig sogar ganz im Gegenteil:

Menschen die permanent nach Perfektion streben, vermitteln einem (potenziellen) Partner oft unbewusst das Gefühl, nicht gut genug zu sein und nie gut genug sein zu können und erreichen dadurch in ihren Beziehungen keine emotionale Nähe zu einem anderen Menschen.

Emotionale Nähe – das ist im Grunde das Zauberwort, denn sprechen wir von einer möglichen Partnerschaft, dann geht es um die Suche nach jemandem, der uns nah ist – der uns liebt, wir sind und bei dem wir so sein können, wie wir wirklich sind.

Wie verrückt und paradox ist es in diesem Zusammenhang, dass wir beständig glauben, dass wir uns verstellen müssen!?

Am Ende werden wir meist für genau das geliebt, was wir am meisten zu verbergen versuchen:

Für unsere „Schwächen“, unsere Menschlichkeit, unsere „Unsouveränität“…

Liebenswert zu sein hat eben nichts mit „gut genug sein“ zu tun.

Was meinst Du dazu? Kennst Du das auch? Schreib gerne einen Kommentar!

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Neu: Der Nina Deißler Podcast

In meinem Podcast geht es um die Themen, die mich bewegen: Flirt, Dating, Partnerschaft, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Männer, Frauen, 6 und Liebe.

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