Die Friendzone – ein Ausdruck, den vor allem Männer mit leidvoller Miene aussprechen. Und das Märchen geht so:

Frauen wollen immer nur platonisch befreundet sein mit mir. Ich will eigentlich eine Beziehung – aber sie will nur „Freunde sein“. Ich bin eigentlich der perfekte Partner für sie – aber sie findet einen Typen toll, von dem ich jetzt schon weiß, dass er ein Vollidiot ist, der ihr das Herz brechen wird, während sie mich in die Friendzone schickt und mir dann irgendwann die Ohren voll heult.

Tatsächlich passiert es auch Frauen, dass sie von Männern in die Friendzone sortiert werden – doch das geschieht sehr viel seltener.

Warum eigentlich?

Auf der Suche nach Antworten wird klar, warum Mann überhaupt in der Friendzone landet – und auch, wie man wieder raus kommt aus der Friendzone!

Auch wenn wir inzwischen im 21. Jahrhundert leben – es gibt nach wie vor Verhaltensweisen die „Typisch Mann“ und „Typisch Frau“ sind. Und nach wie vor streiten sich die Gelehrten und die Besserwisser darum, was wovon beeinflusst wird:

  • Ist es tatsächlich hauptsächlich die Erziehung, die Gesellschaft, die Kultur?
  • Oder spielen Hormone, Gehirnstruktur, Gene die entscheidende Rolle?

Nun, die einen sagen so, die anderen…

Und dann kommen noch die, die sagen:

Es gibt gar kein „Typisch“!

Nun, da habe ich in 20 Jahren Coaching für Singles andere Erfahrungen gemacht. Wenn man als Coach in Sachen Mann & Frau unterwegs ist, kann man über die Jahre durchaus auch so eine Art „relevante Statistik“ wahrnehmen:

Zum Beispiel darin, auf welche Texte, Newsletter oder Angebote besonders eher Männer reagieren und eher Frauen. Welche Bedürfnisse in den Seminaren eher von Männern artikuliert werden und welche eher von Frauen. So manches, was ich vorher nur als Klischee kannte, hat sich in der Tendenz eben auch in der Praxis bewahrheitet.

Natürlich gilt das nicht für jeden Mann und jede Frau – aber es gibt eine eindeutige Tendenz.

Und da ist es mir als Coach vollkommen egal, ob diese genetisch, hormonell, erzieherisch geprägt oder kulturell bedingt ist: Mein Job ist es, Menschen zu verstehen und zu  unterstützen, mit den für sie relevanten Konsequenzen klarzukommen. 

Nach wie vor ist es so, dass die Mehrheit der Männer eher und schneller auf Sex ausgerichtet ist – während die Mehrheit der Frauen eher auf Beziehung ausgerichtet ist. Das zeigt sich in den Büchern und Angeboten am Markt:

  • Für Frauen heißt es: „So findest Du Mr. Right!“
  • Für Männer gilt: „So kriegst Du jede Frau rum!“

Und da die Verlage und Anbieter in der Regel recht gut recherchieren, was sich verkauft, scheint es dafür eben ganz offenbar einen größeren Markt zu geben als für „So findest Du Mrs. Right“ (obwohl ich das mit meinem Buch „Mission Traumfrau“ trotzdem getan habe) und „So kriegst Du jeden Mann rum“.

Und da ist ja auch grundsätzlich was dran – aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit!

Man unterstellt also: Frauen wollen einen – und zwar für eine langfristige Beziehung. Männer wollen viele – und die Beziehung darf auch gerne äußerst kurz sein. Betrachtet man das Ganze so, so erscheint es, als würden Männer und Frauen „gegeneinander“ spielen:

  • Sie will ihn behalten – er will eigentlich gar nicht bleiben.
  • Er will sie ficken – sie will aber eher Händchen halten.
  • Er muss sie rumkriegen für Sex
  • Sie muss ihn rumkriegen für Beziehung

Es scheint, als würden Männer und Frauen nicht dasselbe wollen. Schön für alle, die immer gerne laut herumkrähen, dass Männer und Frauen nicht zueinander passen.

Irrtum.

Männer und Frauen passen sehr gut zusammen!

In der Friendzone landen nämlich immer genau die Männer, die das glauben, was da oben steht:

  • Frauen wollen nur Beziehung.
  • Frauen wollen Händchen halten.
  • Frauen wollen keinen Sex.

Und vor allem wenn sie glauben:

  • Sex zu wollen ist böse.
  • Die meisten Männer wollen die Frauen nur ausnutzen.
  • Ich bin anders – ich bin besser als die Männer, die nur Sex wollen.

Was für ein Schwachsinn!

Willst Du wissen, wie es wirklich ist?

Die meisten Frauen lieben Sex!

Sie reden nur meist nicht drüber. Immer noch nicht. Und das tut mir leid – mich ärgert das auch. Aber die Wahrheit ist:

Die meisten Frauen träumen davon, einen Mann kennen zu lernen, der richtig gut im Bett ist – der weiß, was sie anturnt und sie zum Orgasmus bringt. Wieder und wieder. Und mit dem sie sich dann auch bitte eben noch gut unterhalten und Händchen halten können.

Frauen, die keinen Sex mögen, hatten noch nie guten Sex. Sie hatten das Pech, dass sie entweder so erzogen wurden, dass Sex keinen Spaß machen soll, kann oder darf, hatten bisher sehr schlechte und wenig einfühlsame Sexpartner oder sie lehnen ihren eigenen Körper ab und möchten möglichst wenig mit sich selbst zu tun haben. Ja, solche Frauen gibt es leider – und sie haben mein volles Mitgefühl. Wenn eine solche Frau gerade diesen Artikel liest: Das muss nicht so sein und ist auch nicht so gedacht! Hol Dir Hilfe – das Leben kann so schön sein (gerade mit und durch guten Sex).

Ich frage mich immer wieder, warum wir Frauen das nicht auch deutlicher sagen können. Warum es auch 2018 noch ein Tabu ist oder wir fürchten, dass man uns für Schlampen hält! Warum wir eher über „Gleichstellung“ diskutieren müssen und uns selbst im Dating eher zu Gegnern machen anstatt zu Partnern!

Männer und Frauen können einander so viel geben!

Achja – die Sache mit der Friendzone. Das ist so:

Wenn Du als Mann denkst, Frauen wollen keinen Sex und sie wollen nur Händchen halten – dann bist Du leider auf das größte Lügenmärchen der Welt hereingefallen.

Möglicherweise bist Du auch in einem Elternhaus groß geworden, wo es Dir so erschien, als ob Sex etwas sei, dass Dein Vater von Deiner Mutter will – und sie es ihm ab und zu gibt, wenn er schön brav war oder Blumen mitgebracht hat.

Aber Sex ist nicht ein Gefallen, den eine Frau einem Mann tut, wenn er sie lange genug als Freund „verstanden“ und immer schön mit dem Kopf genickt hat.

Sex ist etwas, wozu wir verführen und verführt werden wollen…

 

Wie bist Du in die Friendzone hineingekommen?

Das weiß ich vermutlich ziemlich genau:

Du hast sie zuerst in die Friendzone gesteckt! 

Oder zumindest hast Du sehr überzeugend so getan, als ob:

Du hast sie so behandelt, als ob Du keinen Sex mit ihr haben möchtest. 

Mit anderen Worten: Du hast sie gefriendzoned:

  • Du hast die ganze Zeit so getan, als ob Dir Sex mit ihr egal wäre.
  • Du hast ihr kein Angebot gemacht. Du hast so getan, als ob Du nur ein Freund sein möchtest.
  • Vermutlich hast Du ihr noch nie ein richtig gutes Kompliment gemacht – hast ihr noch nie gesagt, dass sie heiß aussieht oder dass Du ganz nervös wirst, wenn sie Dich so anschaut.
  • Wahrscheinlich hast Du sie noch nie geneckt oder aufgezogen, sie mal in Frage gestellt oder versucht, sie verlegen zu machen, oder?
  • Hast Du sie schon fünf mal (oder noch öfter?) gedatet und es ist „nichts passiert“ – weil Du Dich nicht getraut hast, sie zu küssen oder ähnliches?

Mit anderen Worten: Du hast sie in die Friendzone geschickt und sie 0,0 angeturned.

Wie kannst Du erwarten, dass sie irgendwas anderes tut? Sie hat nur das erwidert, was Du auch getan hast – hat nur auf Dich und Deine Signale reagiert.

Keine Frau steht morgens auf und denkt sich: „Wenn ich heute einen Mann kennen lerne, dann kommt der bei mir direkt in die Friendzone!“

Nein, das habe ich noch nie gehört – es ist Dein Verhalten ihr gegenüber, dass Dich dahin bringt. Sie hatte das gar nicht vor – aber Du hast ihr keine andere Wahl gelassen.

 

Der fatale Denkfehler

Viele Männer sagen zu mir in den Kursen:

„Ich will ja die Frau nicht für Sex kennen lernen!“ oder „Ich will ja keinen Sex!“

Dann frage ich zurück:

„Wenn Du eine Frau nicht für Sex willst, warum bist Du dann beleidigt, wenn keine Deiner platonischen Freundinnen mit Dir schlafen will?“ 

Das ist doch eine ziemlich gute Frage, oder? Wenn Du angeblich keinen Sex willst, warum stört es Dich, wenn die Frau die Du kennen lernst keine Sex mit Dir haben will? Okay – jetzt kommen wir der Sache näher:

„Ich will die Frau nicht nur für Sex“ 

Das ist doch prima, denn die Frau will Dich ja vermutlich auch nicht nur für Sex. Sie will ja auch Händchen halten und reden und den ganzen Kram. Aber wenn Du ihr keinen Sex anbietest, sondern nur Händchen halten und reden – dann brauchst Du Dich doch nicht wundern, wenn sie sich für Sex an jemand anderen wendet!?

Ja, es gibt Männer, die wollen nur Sex (es gibt übrigens auch Frauen, die wollen nur Sex) – und wenn ein Mann einer Frau durch sein Verhalten vermitteln kann, dass er in der Lage ist, Sex mit ihr zu haben, der ihr gefallen könnte – dann ist doch dagegen nichts einzuwenden?

Wenn Du jetzt ein Mann bist, der eben „nicht nur“ Sex will – sondern auch eine Beziehung, dann bist Du im Grunde für die Mehrheit der Frauen da draußen ein Traumtyp. Wenn Du Sex und Beziehung anbieten kannst.

Wenn Du nur Sex anbietest, muss er gut sein – so gut, dass sie abhängig davon wird, weil Du sie in Sphären katapultierst, wo sie höchste Lust und Befriedigung empfindet.

Während ich das schreibe, muss ich direkt an eine Filmszene denken, bei der ich immer grinsen muss, wenn ich sie sehe. Denn auch, wenn sie übertrieben ist, es steckt mehr als nur „ein Funken“ Wahrheit in dem, was Johnny Depp zu der Frau am Tisch sagt:

Wie kommst Du wieder raus aus der Friendzone?

Nun, möglicherweise gar nicht. Es kann sein, dass die Frau Dich längst so sehr „nur als Freund“ sieht, dass sie sich eher vorstellen kann, zu einem Vortrag über die Evolution der Wirbeltierchen im Südpazifik gehen würde, als sich Sex mit Dir vorzustellen. Und wenn sie das schon lange genug so in ihrem Kopf praktiziert, dann wird es ziemlich schwierig.

Aber es ist nicht hoffnungslos:

Es beginnt damit, dass Du anfangen musst, Dich für Sex mit Frauen zu interessieren. 

Und zwar nicht nur mit ihr: Schau Dir auch andere Frauen an und überlege Dir, ob Du sie verführen könntest. Wenn die Frau, bei der Du landen möchtest, Dich nur als (besten) „Freund“ bzw. beste Freundin sieht, dann wird es Zeit, dass Du Dein Sexleben mit ihr besprichst.

Damit zeigst Du klar, dass Du nicht asexuell bist und durchaus auf Frauen stehst. Sie wird vermutlich anfangen, sich zu fragen, warum Du bei ihr nie was probiert hast und vielleicht sucht sie den „Fehler“ dann bei sich, anstatt Dich für unsexy zu halten.

Dann beginne, ihr zu unterstellen, dass sie in Wahrheit hinter Dir her ist.

Dreh quasi den Spieß um:

  • Necke sie, dass sie nur mit Dir befreundet ist, damit sie Dir nahe sein kann, ohne dass es Konsequenzen hat.
  • Unterstelle ihr, dass sie Dir auf den Hintern schaut, wenn Du ihr den Rücken zudrehst.
  • Behaupte, dass sie sich aufgebrezelt hat, um Dich scharf zu machen – und sag ihr, dass es sehr hart ist, ihr zu widerstehen.

Mach das Ganze immer spielerisch und mit einem Lächeln: Tu einfach die ganze Zeit so, als wollen Frauen – und besonders sie – nur Deinen Körper und Du zierst Dich, denn Du bist kein Mann für eine Nacht. Du solltest jederzeit glaubwürdig verkaufen können, dass es „nur Spaß“ ist. Aber wenn Du Glück hast, wirst Du bald bemerken, dass sie sich verändert… Sie beginnt jetzt nämlich darüber nachzudenken, ob sie Dir auf den Hintern schauen sollte und ob sie sich aufbrezeln sollte…

Sei Du derjenige, der ganz nach vorne stellt, dass ihr ja „nur Freunde“ seid – aber in einem Tonfall, der eindeutig macht, dass sie diejenige ist, die dadurch einiges verpasst.

Du musst aufhören, ihr alles Recht machen zu wollen – Du bist kein Hund! Sie wird nicht scharf auf Dich, wenn Du zu allem nickst und alles für sie tust und ihr nachläufst.

Und Du musst vor allem aufhören, ihr zu unterstellen, dass sie keinen Sex mit Dir haben will. Denn was soll sie dann tun? Mach es anders herum!

Was Dir dabei übrigens sehr gut helfen kann, sind echte Männerfreundschaften. Mein Freund Sven hat dazu neulich im Podcast ein paar wichtige Erkenntnisse mit mir geteilt, die in diesem Zusammenhang auf für Dich sehr interessant sein könnten:

 

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Neu: Der Nina Deißler Podcast

In meinem Podcast geht es um die Themen, die mich bewegen: Flirt, Dating, Partnerschaft, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Männer, Frauen, 6 und Liebe.

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