Sch… Montag – endlich Freitag?

Bist Du eventuell auch einer dieser Menschen, die den Montag hassen und sich nach dem Freitag sehnen? Oder bist Du montags einfach nur müde oder genervt – oder geht es Dir am Ende wie mir:

Ich bin nicht genervt vom Montag – ich bin eher mal ein bisschen genervt von diesem „Endlich Freitag!“ Hype jede Woche und diesem Gemecker über den Montag – jede Woche auf’s Neue. Fast so als wäre das immer total überraschend…

Das Leben könnte so schön sein:

Du hast einen Job, eine Wohnung – vielleicht sogar ein Auto, vermutlich einen Computer, ein Handy, einen Fernseher und wer weiß was noch an „Unterhaltungs-Elektronik“ und Freizeit-Verschönerern. Du hast Geld, Essen im Kühlschrank, einen Kühlschrank, Klamotten im Schrank, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Haftpflichtversicherung… Dir kann also quasi eigentlich nichts passieren.

Du gehörst übrigens zu den 10 % der reichsten Menschen der Welt und Du lebst – selbst falls Du für deutsche Verhältnisse vergleichsweise „arm“ sein solltest – verglichen mit den anderen 90 % der Weltbevölkerung im absoluten Luxus:

Du hast sauberes Wasser, immer Strom und Wärme direkt auf „Knopfdruck“ in Deiner Behausung, die sicher ist und wasserdicht. Du brauchst Dich nicht sorgen, dass Du oder Deine Familie nachts überfallen und ermordet werdet oder dass jemand Dein Auto klaut (wenn das passiert, zahlt die Versicherung) oder dass Du nie lesen und schreiben lernen konntest, weil Du arbeiten musstest.

Doch jetzt bist Du erwachsen und Du „musst“ arbeiten. Nein, eigentlich müsstest Du ja nicht – Du könntest auch nicht arbeiten… Krank machen oder arbeitslos sein. Manche machen das. Und müssen mit den Konsequenzen zurecht kommen: Weniger Geld. Weniger Unterhaltungselektronik. Weniger Klamotten. Weniger Möglichkeiten. Naja.

Ich will nicht sagen, dass „unser System“ fehlerfrei, immer und zu allen gerecht oder immer hilfreich wäre. Wahrlich nicht! Auch ich habe mich in meinem Leben schon in Situationen wiedergefunden, wo ich ganz schön geschockt war, was da so passiert. Dennoch haben wir ganz offensichtlich eines der besten Systeme der Welt – denn kaum irgendwo auf der Welt sind die Menschen reicher, sicherer und freier. Schau Dich um.

Natürlich kann man dann immer noch meckern und jammern, klar. Aber was soll das bringen? Wofür ist das gut? Was macht das besser oder schöner?

Was ich sagen will:

Wer über den Montag meckert, der schaut nur auf das, was nicht geht und was er nicht will und mag.

  • Frühes Aufstehen
  • Nervige Kollegen
  • Blöder Chef
  • Nervige Kunden / Verkäufer
  • Langweilige Aufgaben
  • schwierige Aufgaben
  • Langeweile
  • Sinnlosigkeit

Doch es gibt all die oben genannten Vorteile, Sicherheiten und Luxusgüter dafür.

 

Über den Montag zu meckern ist dumm

Und dann über den Montag zu meckern ist doppelt dämlich, denn: Wenn Du schon für all Deine Vorteile irgendwas tun musst, was Dich nervt oder worauf Du überhaupt keinen Bock hast, dann machst Du Dir das, was Du dafür bekommst auch noch kaputt. Anstatt das zu genießen was Du durch die harte oder nervige Arbeit bekommst und erreicht hast, machst Du Dir Dein Leben madig, indem Du nur den „Nerv-Faktor“ betrachtest und rumjammerst.

Mir fällt dazu eine Geschichte ein, die ich vor vielen Jahren mit einer damaligen Freundin erlebt habe:

Auch sie hasste Montage und sehnte sich jeden Freitag herbei.

Sie arbeitete schon viele Jahre bei einer großen Firma und hatte einen eigentlich guten und vor allem sehr gut bezahlten Job. Leider allerdings war ihr Arbeitspensum nicht zu schaffen. Es lag nicht daran, dass sie der Aufgabe nicht gewachsen war – es lag nur daran, dass ihr Chef nicht das Rückgrat hatte, von seinem Chef mehr Personal für das stetig steigende Arbeitsaufkommen dieser Abteilung zu verlangen. Und so hatte sie bald einen Burn-Out. Und dann noch einen. Sie verdiente so viel Geld – und sie hatte so wenig davon.

Eines Tages fragte ich sie, was sie denn mit dem ganzen Geld anfangen würde. „Das brauche ich“, sagte sie, wie aus der Pistole geschossen. „Wofür?“, frage ich sie. Das sagte sie mir: Sie brauchte es für teure Urlaube (um sich von der stressigen Arbeit zu erholen), für das schönste Fitness-Center Hamburgs (um sich dort von der stressigen Arbeit zu erholen), um gut und teuer essen zu gehen (um sich für die stressige Arbeit zu belohnen) und um es zurückzulegen, um früher in Rente gehen zu können (damit sie die stressige Arbeit nicht bis 65 machen müsse).

Fällt Dir etwas auf? Oder machst Du es vielleicht genauso?

 

Tun was nötig ist

„Jaaaaaa…. Du hast leicht reden“, sagte neulich jemand zu mir, als wir über diese Sache sprachen: „Du hast ja auch einen Traumjob, bist erfolgreich und selbstständig und kannst machen, was Du willst!“. Ich musste unwillkürlich lachen. Ja, das stimmt.

Und Du könntest das auch.

Wenn Du bereit bist, zu tun was nötig ist.

Frei und erfolgreich zu sein ist tatsächlich auf den ersten Blick nicht schwer: Du musst nur tun, was notwenig ist.

Das allerdings ist manchmal und für viele Menschen sehr schwer:

  • Du musst bereit sein, die volle Verantwortung für Dein Leben, Deinen Erfolg und Deinen Misserfolg zu übernehmen.
  • Du musst bereit sein, Dich Deiner Idee und Deinem Erfolg zu verschreiben.
  • Du musst bereit sein, Dich aus Deiner Opferrolle „Ich würde ja gerne, aber die lassen mich nicht“ zu lösen.
  • Du musst bereit sein, Dich von anderen – vielen andere Menschen – bewerten zu lassen.
  • Du musst damit rechnen, dass nicht alle mögen, was Du tust, wie Du aussiehst, was Du sagst und so weiter.
  • Du musst damit rechnen, dass es auch eine Weile dauern kann, bis Du erfolgreich bist.

Und noch sicher viele Dinge mehr. Ich zum Beispiel musste bereit sein, sehr lange daran zu arbeiten, dass Menschen verstehen, was ich tue (das ist nach wie vor so) und was das für sie und ihr Leben bedeuten kann. Ich musste zu Beginn über einige Jahre hinweg nebenbei alle möglichen Jobs annehmen, um zu essen und Miete zahlen zu können, bis ich mein erste Buch veröffentlich hatte und bekannt genug war, Fernsehauftritte hatte und so weiter.

Und bis heute gehört es offenbar dazu, dass ich mir manchmal solche Sachen anhören oder lesen – auch das „kostest“ es:

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Und glaube mir: Das macht wirklich nur bedingt Spaß…

Früher hat mich das sehr getroffen. Ich dachte: „Es gibt so viele Dinge auf der Welt, die man scheisse finden kann: Umweltverschmutzung, Zwangsprostitution, Bürgerkrieg, Trafficking, Fracking, Genmanipulierte Lebensmittel, Atomenergie… oder den Montag! Warum mich?“

Da ist es schon manchmal seltsam, wenn ich sowas lese… und doch im Grunde ganz einfach und logisch – und deshalb ist es heute nicht mehr ganz so schlimm. Denn:

 

Meckern ist einfach

Wer unzufrieden ist, der meckert. Es ist fast egal womit ein Mensch unzufrieden ist – und es ist ihm/ihr dann auch völlig egal, worüber man meckert – alles, was sich anbietet und als Anlass genommen werden kann, ist gut genug:

  • Die Frau im Fernsehen, die dem eigenen Schönheitsideal nicht entspricht und trotzdem etwas sagen darf
  • Der Ratgeber, der einem etwas sagt, das man nicht wahrhaben und vor allem nicht ändern will
  • Die Zeitung, die nicht das schreibt, was man selbst schon weiss und glaubt
  • Der Chef, der einen ständig kritisiert weil man unmotiviert und unausgeschlafen bei der Arbeit ist
  • Der Montag, der immer viel zu schnell nach dem Wochenende kommt

Somit ist jede Beleidigung und jede Meckerei immer nur ein Ausdruck, der Unzufriedenheit dieses Menschen mit seinem Leben. Im Zusammenhang mit systemischer Therapie habe ich neulich einen schönen Satz gelesen: „Du warst nicht gemeint – Du hast nur zur Verfügung gestanden.“

Wenn Du manchmal versucht bist, über Dinge zu meckern, die Dir nicht gefallen, vergiss niemals:

Es ist eine Leistung, die Zeit, Geld, Grips, Bildung, Vorbereitung, Energie kostet, etwas zu erschaffen, etwas zu tun. Ganz egal, was es ist und ob es Deinen Geschmack trifft oder Deinen Erwartungen entspricht. Etwas zu erschaffen, ist Aufwand. Ist Arbeit. Ist eine Leistung.

Etwas zu kritisieren oder darüber zu meckern…. ist es nicht.

Das ist leicht.

Jeder Idiot kann das.

Verzeih mir, wenn ich etwas philosophisch geworden bin.

Nur das noch:

 

Das Leben ist eine ganz einfache Gleichung:

Für alles was Du haben willst gibt es einen Preis. 

Wenn Du – egal aus welchen Gründen – nicht selbständig sein willst, dann wirst Du angestellt oder arbeitslos sein müssen. Der Preis den es kostet ist: Dass irgendwer – vielleicht jemand, den Du nicht leiden kannst – Dir sagen darf, was Du tun sollst.

Das macht sicher nicht viel Spaß – aber das ist der Preis.

Wenn Du ein Mann bist und Sex mit einer schönen Frau haben willst – dann hat auch das einen Preis: Du kannst zum Beispiel eine Frau, die Sex mit ihr gegen Geld anbietet bezahlen dafür, dass sie mit Dir schläft. Oder Du findest heraus, was eine Frau will und braucht, damit sie Lust bekommt, mit Dir zu schlafen – und bietest ihr genau das an.

Wenn Du Dir eine liebevolle Partnerschaft wünschst und das bisher noch nie so richtig funktioniert hat, dann könnte es durchaus sein, dass Du etwas „falsch machst“. Und fast immer ist es etwas, dass Dir nicht bewusst ist. Denn wenn Du es wüsstest, dann würdest Du es vermutlich ja nicht tun. (Oft hat es damit zu tun, was wir über uns selbst, über das andere Geschlecht oder über Beziehungen denken und dann eben dementsprechend handeln. Das herauszufinden, das ist übrigens eines der Dinge, die ich tue).

 

Wenn Du ein gutes Leben haben willst:

Finde raus, was dafür nötig ist – und tu es.

  • Hör auf, Dich selbst zu bemitleiden, denn davon wird Deine Situation nicht besser
  • Hör auf, anderen die Schuld zu geben, denn damit machst Du Dich zum Opfer
  • Hör auf, Angst zu haben, nicht gut genug zu sein und bring Dich in die Welt
  • Fang an, herauszufinden, was Dir Spaß macht und wie Du das öfter machen kannst
  • Fang an, etwas zu tun, dass die Welt mit Dir besser macht, als sie ohne Dich wäre
  • Wenn das, was Du tust, nicht funktioniert, tu etwas anderes!

Und vor allem: Hör auf zu jammern!

Schau Dir an, was Du alles dafür bekommst.

Überlege, wie Du den Montag besser gestalten kannst: Gibt es etwas – irgendetwas – auf das Du Dich freuen kannst? Irgendjemanden, der sich auf Dich freut? Das wäre ein sehr guter Anfang für ein deutlich besseres Leben.

Ach ja: Und falls Du Radiomoderator bist:

Radiomoderator ist ein ziemlich toller Beruf – was glaubst Du, welchen Eindruck das macht, wenn Du – als Radiomoderator – über den Montag meckerst und Dich auf den Freitag freust? Welche Botschaft schickst Du damit Deinen Hörern? Vielleicht hast Du das noch gar nicht bemerkt – aber irgendwie suggerierst Du doch den Hörern damit:

„Hey Leute, ich bin Radiomoderator – und ich hasse meinen Job. Und wenn ich meinen Job schon hasse, dann ist es ja kein Wunder, dass ihr das auch tut. Ich kann es ja kaum erwarten, dass endlich Wochenende ist und ich nicht mehr zu euch Idioten da draussen sprechen muss!“

Oder wie muss ich mir das vorstellen? Gibt es jemanden, der das bitte vielleicht anders machen könnte? Das fände ich so super!

Ach ja – und wenn Du noch mehr vom Leben haben willst:

In Kürze werde ich ein Programm für mehr Selbstvertrauen und mehr „Sinn im Leben“ veröffentlichen, an dem Du teilnehmen kannst. Wenn Du daran Interesse hast, trage Dich bitte hier ein und ich werde Dich direkt informieren, wenn es soweit ist.

Infos zum Selbstvertrauen-Programm hier

(No Spam: Ich mag Spam genauso wenig wie Du – deshalb gebe ich niemals Mailadressen weiter. Deine Daten bleiben bei mir und sind sicher. Versprochen.)

 

Bild: Depositphotos.com

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