Bist Du auch manchmal zu schüchtern oder eher ängstlich im Umgang mit anderen und würdest am liebsten sofort Deine Schüchternheit loswerden? Aber dann ist es auch wieder so, dass Du Dir denkst, dass sich das eigentlich gar nicht lohnt, weil Du doch so auch eine gewisse Sicherheit und „Deine Ruhe“ hast?

Im November 2016 reiste ich nach Los Angeles, um an einer tollen Veranstaltung teilzunehmen, bei der unter anderem die Autorin Elizabeth Gilbert (u.a. Weltbesteller „Eat, Pay, Love„) sprach. In Ihrem Buch „Big Magic: Nimm Dein Leben in die Hand und es wird Dir gelingen“ schreibt sie darüber, dass sie als Kind unglaublich ängstlich und schüchtern war.

Die Situationen und Gefühle, die sie beschrieb, waren weit stärker, als ich es von vielen meiner Klienten bisher gehört hatte. Daher wollte ich ihr unbedingt eine ganz wichtige Frage stellen:

„Liz, wenn Du einem Menschen der schüchtern oder ängstlich ist sagen könntest: Wenn man Schüchternheit loswerden will – oder Ängste überwinden: Wofür lohnt es sich? Was würdest Du jemandem sagen, der zu Dir kommt und will seine Schüchternheit loswerden oder eine Angst überwinden?“

Und hier ist, was Liz Gilbert mir geantwortet hat:

Das, was Liz da gesagt hat, kann ich als Coach vollumfänglich unterstützen:

Viele Menschen, die zu mir ins Coaching kommen, sind verzweifelt, weil sie seit Jahren versuchten, an sich zu arbeiten und bestimmte Dinge an sich loszuwerden – und es wollte ihnen nicht gelingen und sie fühlten sich immer nur noch schlechter.

Warum funktioniert das nicht?

Bevor Du darüber nachdenkst, wie Du Deine Ängste oder Deine Schüchternheit loswerden kannst, denke daran, dass diese Gefühle und Emotionen ein Teil von Dir sind. Und Du kannst keinen Teil von Dir loswerden. In diesem Moment kämpfst Du gegen Dich selbst und diesen Kampf kannst Du nie gewinnen…

Willst Du Deine Schüchternheit loswerden (oder jede andere Sache an Dir, die Dir nicht gefällt) geht es darum, Dich zunächst einmal anzunehmen und Dich zu schätzen, anstatt Dich selbst zu bekämpfen.

Häufig ist ja die Ursache von Schüchternheit, dass man Angst hat, vielleicht z.b. „nicht gut genug“ zu sein. Wenn Du jetzt gegen Dich selbst kämpfst, dann wird das auf keinen Fall besser. Ganz im Gegenteil.

Es geht also viel mehr darum, dass Du viel leichter, schneller und besser Ängste und Schüchternheit überwinden kannst, wenn Du Dich selbst nicht mehr ständig anzweifelst, in Frage stellst oder niedermachst.

Jede Angewohnheit die wir haben, hat einen Sinn in unserem System. Dein Unterbewusstsein will etwas Gutes für Dich – und wenn Du das ständig in Frage stellst, wird es das nur noch mehr versuchen. Selbst wenn Du persönlich es bist, der Dich anzweifelt, angreift oder in Frage stellt, versucht Dein Unterbewusstsein, Dich zu schützen und produziert nur noch mehr von dem, was Du eigentlich nicht willst. 

Dass Du Dir damit Dein ganzes Leben versaust, ist Dir zwar vielleicht in klaren Momenten bewusst – aber diese Schutzfunktion wird deshalb noch lange nicht abgeschaltet. Nach dem Motto: Lieber besch…eiden leben, als unsicher (und dann eben vielleicht sterben müssen).

„Schüchternheit umarmen“ statt „Schüchternheit loswerden“

Liz Gilbert schlägt vor, die Schüchternheit oder die Angst also zunächst zu umarmen, sie willkommen zu heißen – sie quasi als einen „Teil der Familie“ zu betrachten. Das ist eine sehr gute Methode, die zum Beispiel auch im Persönlichkeitsmodell des „Inneren Teams“ von Friedmann Schultz von Thun beschrieben wird:

Du kannst Dir vorstellen, dass Deine Eigenschaften oder inneren Anteile tatsächlich sowas wie „echte Personen“ wären – und sie alle zusammen bilden ein Team, um „Du“ zu sein. Da gibt es also zum Beispiel den, der will, dass Du Dich endlich mal verliebst (und den der Sex will) und den der irgendwas gerne macht und den der faul ist – wie auch immer… aber es gibt eben auch den, der Angst hat und schüchtern ist.

Und genau darauf bezieht sich Liz, als sie sagt, sie redet dann mit der Angst und sagt zu ihr „Ich weiss, Du meinst es gut – aber Kreativität und Neugier (also zwei andere Persönlichkeitsanteile und Team- bzw. Familienmitglieder) und ich haben gerade etwas vor.“

Die Angst darf gerne mitkommen, weil sie dazugehört (und ja vielleicht auch gut ist, wenn einer dabei ist, der manchmal sagt: „Seid vorsichtig!“ damit man nicht nur kreativ und neugierig ist) aber sie muss hinten sitzen und darf nicht fahren oder die Karte lesen oder die Songs im Radio aussuchen.

Und das geht erst, wenn dieses Team- oder Familienmitglied integriert ist. Wenn Du also Deine Angst oder Schüchternheit ernst nimmst und annimmst, dann kannst Du auch mal sagen: „Hey Angst, ich weiss, Du meinst es gut mit uns – aber jetzt gerade übertreibst Du. Wir anderen haben was vor und wir müssen jetzt auch mal ein Risiko eingehen!“

Wenn Du das gemacht hast, wird es ganz sicher deutlich leichter für Dich wenn Du Deine Schüchternheit loswerden willst, weil Du sie und damit Dich selbst dann nicht mehr bekämpfen musst. Dann kannst Du auch diese 10 super Tipps gegen Schüchternheit noch leichter anwenden!

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