Das Leben könnte so schön sein – wenn da nicht immer wieder diese blöden und zum Teil sogar völlig ungerechtfertigten Ängste wären an Stellen, wo sie überhaupt nicht zu gebrauchen sind. Wie man seine Schüchternheit überwinden und seine Ängste besiegen kann, erfährst Du in diesem Artikel.

Kennst du das auch:

  • Dein Kopf weiss genau, dass diese Angst unnötig ist und dennoch kannst Du nichts dagegen tun? 
  • Du kneifst eher, als etwas zu wagen, obwohl Du „eigentlich“ genau weisst, dass Du so auf keinen Fall bekommst, was Du willst?
  • Bist Du schüchtern – vielleicht sogar zu schüchtern – und langsam auch echt genervt davon?
  • Du bist in vielen Lebensbereichen eigentlich nicht schüchtern oder ängstlich – aber genau an der einen Stelle, wo es wichtig für Dich ist, stellst Du Dir regelmäßig selbst ein Bein?

Dann solltest Du unbedingt diese 5 Fakten kennen!

Wer Schüchternheit und Ängste besiegen will, sollte ein paar wichtige Dinge wissen, die helfen können. Zunächst ist Schüchternheit auch nichts anderes als Angst: Angst vor Ablehnung. Angst vor dem eigenen Versagen. Manchmal auch Angst vor der eigenen Zivilcourage. Wenn Du Schüchternheit überwinden willst, hilft es zu wissen, wovor genau Du Angst hast – und was Angst in Wahrheit ist.

 

Was Du wissen musst, um Ängste besiegen zu können

 

1. Angst ist nicht grundsätzlich schlecht

Angst ist sinnvoll und hilfreich: Angst ist ein Gefühl, das unser Organismus uns als „Warnsignal“ sendet, wenn wir in Gefahr sind.

Doch wann sind wir wirklich in Gefahr? Genau da liegt das Problem: Unser Körper ist leider nicht „upgedatet“ worden auf das 21. Jahrhundert, wo Gefahr nicht mehr bedeutet „Achtung, ein wildes Tier!,“ sondern auch andere Dinge für uns als Gefahr erkannt werden. Nämlich z.B. Gefahren für unser Selbstvertrauen wie Blamage oder Ablehnung, die Gefahr doof angemacht zu werden oder eben einen „Korb“.

Doch unser Körper reagiert leider auch in solchen Situationen auf die (vermeintliche) Gefahr noch genau so wie vor 50.000 Jahren: Adrenalin-Ausstoss inklusive feuchter Hände, trockener Kehle und dem impulsiven Reflex, zu fliehen, anzugreifen oder sich tot zu stellen… das kann sehr unangenehm sein, ist aber vor allem auch sehr kontraproduktiv.

Es ist jedoch eben nicht sinnvoll, die Angst als Gefühl zu verteufeln und sie zu vermeiden – denn die Angst will etwas Gutes für Dich. Doch Du bist derjenige, der das erkennen muss. Nimm die Angst an, dann kannst Du sie „kontrollieren“, indem Du mit Dir konstruktiv umgehst, und entscheiden kannst, ob die Angst jetzt sinnvoll ist oder nicht.


Praktisch heißt das: Wenn Du in einer Situation Angst in Dir spürst, sage zu Dir selbst: „Okay, ich spüre Angst in mir. Das ist normal, weil ich von einer Gefahrensituation ausgehe.“. Dann überlege, wie gefährlich die Situation tatsächlich ist. Denke die Gedanken zu Ende:  Was passiert, wenn Deine „schlimmste Befürchtung“ wahr wird? Und was dann? Und was dann?


 

2. Angst entsteht reflexartig durch die Bewertung einer Gefahrensituation 

Leider können wir unserem Körper diesen Reflex nicht abgewöhnen. Wir können aber sehr wohl lernen, was wir als Gefahr beurteilen und was nicht. Das ist im Grunde sehr einfach, denn es hat damit zu tun, was Du über die Welt, über Dich und über andere denkst. Genau das bestimmt, ob die Welt für Dich ein gefährlicher Ort ist – oder ein Abenteuerspielplatz.

Viele Menschen bekommen Angstreaktionen nicht aus Angst vor der tatsächlichen Situation, sondern bereits aus der Angst davor, in dieser Situation vielleicht Angst zu bekommen. Doch Angst vor der Angst ist erst recht kontraproduktiv.

Warte nicht darauf, dass die Angst von alleine verschwindet oder mal nicht kommt, sondern tu, was Du tun willst – auch (und gerade) wenn Du Angst hast. Nur so wird der Reflex sich verändern.

 

3. Deine Bewertung steuert, was für Dich gefährlich erscheint

Denkst Du, die Welt ist schlecht und voller Gefahren, dann ist sie es (für Dich).

Denkst Du es ist schlechtes Wetter – dann ist es für Dich so – ganz unabhängig von Temperaturen oder Niederschlag. Nur für Dich. Du bist für Dich die einzig relevante Instanz auf der Welt, denn Du hast Deine Gedanken – nur Du denkst sie – aber das immer und deshalb sind Deine Gedanken Deine Welt. Du bist die Welt in Dir selbst.

Alles was Du siehst, wird erst durch Deine Gedanken (= Bewertung) zu dem was es ist – für Dich.

Das heisst, Du wirst für alles, woran Du glaubst, auch Beweise finden. Die Welt ist genau so für Dich, wie Du denkst.

Ist es wirklich so gefährlich, wenn nicht das passiert, was Du gerne hättest? Manchmal erscheint es so – aber je mehr Du wagst, umso „normaler“ werden Dinge für Dich und Deine Bewertung ändert sich. Niemand ausser Dir sieht die Welt so, wie Du sie siehst – auch das zu verstehen hilft: Rede mit anderen Menschen über ihr Leben und ihre Ängste, Hoffnungen, Träume – und Du wirst erstaunt sein, in wie vielen Realitäten man sein kann…

 

4. Wenn Du etwas für gefährlich hältst, dann ist es das auch. Für Dich. 

Wenn Du es Dir etwas gefährlich vorstellst, dann ist es für Dich auch so.

Alles was neu, ungewohnt, unerprobt, unsicher ist, erscheint zunächst ein Stück weit „gefährlich“. Doch Du bestimmst selbst, wie gefährlich! Beurteilst Du etwas als sehr gefährlich, hast Du Angst – dann wirst Du in Angst handeln und leben – und es wird Dir alles passieren, was Du fürchtest, weil Du es nicht nur so wahrnimmst, sondern regelrecht anziehst – wie ein Magnet:

Weil uns immer das auffällt und passiert, worauf wir uns konzentrieren. Weil Du aus all den Milliarden Informationen „da draußen“ genau die herauspickst, die zu Deinen Gedanken passen. Sie sind es, die Dir auffallen, die Dir bewusst werden. Und je mehr Du „gefahren-fixiert“ bist, umso mehr konzentrierst Du Dich darauf und umso öfter wirst Du in diese Situationen kommen und Dich dann auch so fühlen.

Selbst wenn Du Dich darauf fokussierst, Deine Ängste besiegen zu wollen, fokussierst Du Dich auf Deine Ängste. Du könntest Dich ja auch fragen, was Du stattdessen möchtest – und wie das erreichen könntest…

 

5. „Verantwortung“ ist ein magischer Schlüssel 

Dein größtes Hindernis bei der Auflösung der Angst ist die Angst vor der Verantwortung und vor „schlechten Gefühlen“:

Du willst in Wahrheit am allermeisten nicht Deine Ängste besiegen oder Deine Schüchternheit überwindenDu willst vor allem nicht scheitern und am liebsten von allen gemocht werden, immer erfolgreich sein und immer 100 % kontrollieren was geschieht, immer in Sicherheit sein und auch immer Recht haben.

Gib es ruhig zu – es wäre schön, wenn Du eine Garantie hättest, dass die Menschen, die Du attraktiv findest, Dich mögen und ebenfalls attraktiv fänden. Es wäre unglaublich beruhigend, wenn die Menschen, die Du nicht magst, sich einfach „in Luft auflösen“ könnten. Es wäre doch toll, wenn Du immer die richtigen Worte findest, immer nur gefragt wirst, was Du weisst und Dich immer an alles erinnern könntest was Du weisst. Wenn Du wüsstest, dass bei Deiner nächsten Prüfung nichts schief gehen kann und Du am besten ohnehin überhaupt nie in irgendwas geprüft würdest… Wie verlockend. Wie sicher. 

Doch wie sollte das funktionieren?

  • Und was für ein langweiliges Leben wäre das?
  • Wie würdest Du so je etwas Neues lernen?
  • Wie würdest Du Erfolg spüren können – wenn er immer garantiert wäre?
  • Wie könntest Du je wirklich glücklich sein – wenn Du nie unglücklich wärst?
  • Wie könntest Du je triumphieren, wenn Du noch nie verloren hast?

Du bist der Erschaffer Deiner Wahrnehmungen – sei verantwortlich dafür!

Es ist nicht die Frau (oder der Mann), vor der/dem Du Angst hast. Und es ist auch nicht die Abfuhr!

Du hast Angst, dass Du Dich schlecht fühlen wirst, wenn nicht das passiert, was Du haben willst.

Hey – wie alt bist Du? Fünf? Bist Du nicht langsam raus aus der Phase, wo Du denkst, die Welt schuldet Dir einen Lolli und wenn Du den nicht bekommst, dann wirfst Du Dich auf den Boden und heulst?

Es ist in den allermeisten Fällen in Deinem Leben nicht notwendig Ängste zu besiegen, denn es ist nicht notwendig überhaupt Ängste zu haben:

Weil Entscheidungen die Du nicht triffst, Dein Leben genauso beeinflussen wie die, die Du triffst. Und manchmal noch viel mehr – nur dass Du selbst dann dummerweise nicht an der Entscheidung beteiligt warst.

Triffst Du eine Entscheidung – egal welche – dann bist Du es, der entscheidet.

Du kannst hinterher sagen: Ich habe eine gute oder eben eine schlechte Entscheidung getroffen. Du musst nicht jammern und Du bist kein Opfer, wenn es eine schlechte Entscheidung war – Du lernst einfach, nächstes mal anders zu entscheiden. Du lernst, dass das nicht funktioniert hat. Du lernst, dass das so nicht funktioniert – oder eben nicht immer funktioniert. Du lernst, dass Du besser werden kannst, es besser machen kannst, es anders machen kannst.

 

Konkret beim Flirten hieße das zum Beispiel:

Wenn Du nicht zu dieser Frau hingehst und “Dein Glück versuchst” oder diesem Mann eben „keine Chance gibst“, wird das Dein Leben genauso beeinflussen, wie wenn Du es tust. Aber wenn Du es tust, dann kannst Du Dir immer sagen: Ich habe mich getraut. Ich habe eine Entscheidung getroffen und aktiv mitbestimmt, wie die Geschichte läuft… Ich habe es probiert. Ich habe damit begonnen und ich werde meine Schüchternheit überwinden. 

Und: Du hast angefangen. Du hast Dich in eine vermeintliche Gefahrensituation begeben und sie überlebt. Du hast Dir bewiesen, dass Du nicht sterben musst.

 

Auf meinem Schreibtisch ist ein Zettel aufgetaucht, auf dem ich mir einen Satz notiert habe, von wem weiss ich nicht mehr:

 "Speak truth. You do not deserve to be loved unless you have the balls to be hated."

Übersetzung:
Sei ehrlich. Du verdienst es nicht, geliebt zu werden wenn Du nicht “die Eier” hast, gehasst zu werden.

Wahre Worte.

Ängste besiegen kann jeder. Jammern auch. Was ist Dir lieber?

Es ist nur eine Entscheidung. 

Ich bin Dir gerne behilflich.

Das ist mein Job 😉

 

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