Viele Menschen haben Angst vor Zurückweisung. Bei manchen Menschen ist diese Angst vor Zurückweisung offenbar auch begründet:

In den letzten Wochen bekam ich einige Zuschriften und „Kommentare“ von Menschen, die mir schrieben, sie würden „immer“ und „grundsätzlich“ und vor allem „grundlos“ von anderen abgelehnt.

Und dabei gerne auch: „Ich bekomme Zurückweisung von allen (!) Frauen“ (bzw. Männern)

Bevor ich darauf eingehe, möchte ich folgendes klarstellen:

Wer sich in so einer Situation befindet, der leidet – und das ist nicht lustig und auch nichts worüber man sich lustig machen sollte.

Ein Teil des Problems allerdings ist auch direkt ein Teil der Lösung…

Die Situation findet zu 95 % im Kopf dessen statt, der leidet:

Die meisten Menschen, die Angst vor Zurückweisung haben, haben irgendwann – meist recht früh in ihrem Leben – folgende Situation erlebt:

  1. Sie fanden jemanden besonders toll.
  2. Sie haben sich leider keine Gedanken darüber gemacht, was dieser Mensch will, braucht oder wie er/sie so drauf ist.
  3. Sie haben sich sehr viele Gedanken darüber gemacht, was sie von diesem Menschen gerne hätten, was sie brauchen, was sie sich selbst wünschen.
  4. Sie haben die Erfüllung all dieser Wünsche und Bedürfnisse auf diesen Menschen projiziert.
  5. Sie sind auf diesen Menschen zugegangen – und abgewiesen worden.

So oder so ähnlich geht es vielen Menschen – meist haben sie diese Erfahrung schon in der Kindheit oder in der frühen Jugend machen müssen.

Das ist hart.

Und das tut weh.

Zurückweisung tut immer weh – und das kann jeder nachvollziehen.

Nun ist es allerdings auch so, dass kein Mensch wirklich grundlos Zurückweisung erfährt. Der Knackpunkt liegt im Punkt 2 – nur weil Du jemanden besonders interessant findest und Dich bemühst, hast Du keinen Anspruch darauf, dass diese/r andere, Deine Gefühle erwidert und tut, was Du Dir wünschst.

Wer das Gefühl hat, beständig und von allen Zurückweisung zu erfahren, der fühlt sich ausgegrenzt und sieht andere Menschen häufig als unfair und gemein an.

Das Problem dabei ist:

Wenn Du Dein Gegenüber, von dem Du möchtest, dass er (oder sie) Dich mag, so betrachtest, als wäre er (oder sie) einer von denen, die Dich grundlos und sowieso ablehnen werden (und unfair und gemein sind), dann wirst Du vermutlich nicht gerade locker, entspannt und charmant auf diesen Menschen zugehen.

Nein, wahrscheinlich wirst Du entweder gar nicht auf diesen Menschen zugehen – oder Du wirst auftreten

  • mit finsterer Miene
  • die Ablehnung schon erwartend
  • ängstlich und verkrampft

Versetz Dich mal in Dein Gegenüber:

Man kennt Dich nicht. Er/sie kennt weder Deine Vorgeschichte, noch Deine Ängste, noch Deine Glaubenssätze. Gar nichts. Er/sie sitzt an einem schönen Tag irgendwo und denkt an nichts Böses und muss aus dem Nichts eine Entscheidung treffen ob er/sie jemanden kennen lernen möchte.

Ich persönlich möchte Menschen kennen lernen, die mir ein gutes Gefühl vermitteln:

Die mich auf irgendeine Art positiv berühren, weil sie mich zum Lächeln oder zum Lachen bringen, weil sie eine tolle Ausstrahlung haben, weil sie vielleicht besonders attraktiv sind, weil ich etwas von ihnen erfahre, lerne oder auf sonst irgendeine Art und Weise etwas schönes erlebe.

Oft glauben Menschen, die „immer“ zurückgewiesen werden, sie hätten ein Anrecht darauf, dass andere positiv auf sie reagieren, wenn sie sich Mühe geben. Aber das ist nicht so.

Niemand möchte Zeit mit jemandem verbringen (müssen), nur um „Bemühungen“ zu honorieren.

Und so wird häufig der Versuch und die Bemühung nicht honoriert und das Bild des Abgewiesenen – „Keiner mag mich. Alle hassen mich. Immer werde ich abgewiesen.“ – verstärkt sich. Und so kommt es mehr und mehr zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Der Teufelskreis aus Einsamkeit und Zurückweisung

Wer schon öfter zurückgewiesen wurde, ist nicht nur gekränkt.

Es ist auch einsam.

Einsamkeit ist etwas anderes, als nur alleine zu sein.

Einsamkeit bedeutet, sich so zu fühlen, als ob niemand etwas mit einem zu tun haben möchte und es gäbe nichts, was man dagegen machen kann.

Einsamkeit ist wie ein großes schwarzen Loch in einem selbst – und dieses schwarze Loch vergrößert stetig die Angst vor Zurückweisung, denn es saugt so ziemlich alles Gute auf, dass da noch ist:

Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Lebensfreude, Mut, Leichtigkeit, Spielfreude, Fantasie, Lockerheit… alles wird nach und nach von diesem schwarzen Loch aufgesaugt.

So zumindest hat es mir ein Klient einmal erzählt, der zu mir kam, um seine Angst vor Zurückweisung aufzulösen – und ich konnte diese Erklärung gut nachvollziehen. Vielleicht geht es Dir ähnlich.

Besonders stark ist dieses Gefühl dann da, wo Du in Situationen bist, die eigentlich günstig dafür wären, jemanden kennen zu lernen: Der Schmerz, dass es schon öfter nicht geklappt hat und die Angst davor, wie Du Dich fühlen wirst, wenn es schon wieder nicht klappt, sorgt dafür, dass Du die Situationen mehr und mehr meidest.

Es geht also schon gar nicht mehr um die reine Angst vor Zurückweisung, sondern um die Angst vor noch mehr Einsamkeit.

Doch durch die Vermeidung wird auch die Einsamkeit immer größer.

Und irgendwann kommt zu dieser Angst und Einsamkeit ein weiteres Gefühl:

Wut.

Wut ist ein Gefühl, das aus Enttäuschung entsteht und die darunter liegende Emotion ist Traurigkeit. Doch da Du irgendwann nicht mehr traurig sein möchtest, wirst Du wütend.

Die Wut und „das schwarze Loch“

Du bist ein Stück weit auch wütend auf Dich – aber vor allem bist Du wütend auf die vermeintlichen Verursacher Deiner Einsamkeit und Deines „schwarzen Loches“:

  • Du bist wütend auf die Menschen, die Dich in der Vergangenheit abgewiesen haben
  • Du bist vielleicht auch wütend auf Deine Eltern, die Dir nicht besonders viel Selbstvertrauen beigebracht haben
  • Du bist wütend auf alle, die Du eigentlich gerne kennenlernen möchtest
  • Du bist wütend auf alle, denen es gelingt
  • Du bist wütend auf alle, die Dir sagen, dass Du es verändern kannst (zum Beispiel auch auf mich)
  • Du bist wütend auf Gott, das Universum oder das Schicksal

Doch mit so viel Wut und der dann folgenden Aggression, mit der Du der Welt dann begegnest, möchte erst recht niemand etwas mit Dir zu tun haben.

Und so wirst Du noch weiter abgewiesen – denn ob Du willst oder nicht: Deine Wut, die damit einhergehende Aggression und Deine Bedürftigkeit sind spürbar für Dein Gegenüber und jagen so auch den freundlichsten Menschen in die Flucht. Aggression erzeugt Ablehnung.

Niemand möchte jemanden kennenlernen, der aggressiv ist oder der einen dafür benutzen möchte, dass „schwarze Loch“ in sich zu stopfen.

Letztlich ist es dann Deine eigene Enttäuschung, die verhindert, dass Dir irgendetwas anderes widerfahren kann, als das, was Du am allerwenigsten willst: Zurückweisung.

Es ist dann die berühmte „selbsterfüllende Prophezeiung“ und dann schaltet sich etwas ein, dass sehr menschlich ist:

Unser Bewusstsein arbeitet „assoziativ“ und es will „sicher sein“.

Was bedeutet das?

Es heisst, dass wir „Erfahrungswerte sammeln“:

Wenn Du eine schlechte Erfahrung gemacht hast und Du glaubst, dass sie Bedeutung hat, dann wirst Du sie Dir merken und ziehst Rückschlüsse daraus. Danach wirst Du nach weiteren Bestätigungen Deines Rückschlusses suchen – wenn Du also z.B. auf jemanden zugehst und wirst abgewiesen und Du ziehst den Rückschluss: „Ich werde immer abgewiesen, weil…“ dann suchst Du in Zukunft nach „Beweisen“, die zeigen, dass dieser Rückschluss stimmt und die Situation „immer“ so ist, denn das gibt Dir Sicherheit.

Dumm ist es nur, wenn der Rückschluss einer ist, der Dir keinen Handlungsspielraum mehr gibt.

So kommt es häufig, dass Menschen, die betroffen sind (z.B. vom „ich werde immer abgelehnt“) auch „unbelehrbar“ erscheinen:

Ihr Geist wehrt sich dagegen, dass es eine andere Möglichkeit oder einen Ausweg geben könnte, weil sie schon so viele „Beweise“ gesammelt haben und ihre Beweisführung ihnen zwar ein trauriges Schicksal, aber auch eine gewisse „Sicherheit“ beschert. Etwas neues, anderes auszuprobieren und anzunehmen erscheint ihnen absurd und sinnlos, so dass sie sich oft nicht damit beschäftigen möchten.

Das ist zwar psychologisch nachvollziehbar – aber auch traurig. Nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Umwelt…

 

Der Ausweg

Es gibt Wege heraus aus diesem Teufelskreis, doch dafür müsstest Du bereit sein, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Du abgewiesen wurdest:

  • Es liegt nicht an den Männer bzw. den Frauen
  • Es liegt nicht daran, wie Du aussiehst
  • Es liegt nicht daran, dass die Männer bzw. Frauen „einen scheiß Geschmack“ haben
  • Es liegt nicht daran, dass sich heute grundsätzlich keiner mehr einlassen will
  • Es liegt nicht an Deinen Geschlechtsgenossen
  • Es ist auch kein Schicksal

Es liegt daran, dass Du nie gelernt hast, wie Du Situationen richtig einschätzt und einen guten Moment findest, auf jemanden zuzugehen.

Es liegt vielleicht daran, dass Du kein Gespür dafür – und deshalb kaum eine Ahnung davon – hast, was die Menschen wollen und brauchen, von denen Du Dir Zuwendung, Aufmerksamkeit und Angenommen-sein wünschst.

Oder vielleicht liegt es auch daran, dass Du bisher „außerhalb Deiner Liga gespielt“ hast: Wenn Du Dir jemanden wünschst, der „besser“ ist, als Du, wirst Du immer gewisse „Schwierigkeiten“ haben.

Manche Männer (nein, nicht alle) sind sehr affin für äußerlich sehr attraktive Frauen – doch eine sehr attraktive Frau wünscht sich einen sehr attraktiven Mann. Wenn Du ein „Model“ willst, aber selbst kein Model bist, hast Du andere Möglichkeiten, ein Model zu daten und da gibt es durchaus einige: Neben der Option selbst sehr schön zu sein, könntest Du auch reich, mächtig, berühmt oder einfach sehr, sehr witzig und unterhaltsam sein – oder extrem gut im Bett… 😉

Viele Frauen sagen, sie suchen jemanden „auf Augenhöhe“ – doch tatsächlich meinen sie damit auf fast immer, dabei „leicht nach oben“ zu blicken. Doch was kannst Du einem Mann bieten, der Dir etwas bieten können soll?

Letztlich strebt jeder Mensch durch eine Partnerschaft eine „Verbesserung“ auf irgendeine Art an. Wer würde sich denn auch verschlechtern wollen?

So wird es ganz unromantisch – aber eben realistisch: Wir müssen unserem „Subjekt der Begierde“ (also dem Menschen, den wir interessant und attraktiv finden) etwas anbieten können, dass ihn/sie interessiert.

Nur:

  • Wer ein schlechtes Selbstbild und nur wenig Selbstwertgefühl hat,
  • Wer nicht weiß, was das andere Geschlecht wirklich will und braucht
  • Wer nur auf seine eigenen Bedürfnisse fokussiert ist
  • Wer sich selbst dramatisch überschätzt
  • wer verbittert ist und andere als „Gegner“ ansieht

…der hat nunmal von Natur aus schlechte Karten und wird mit Zurückweisung bestraft.

Was nach einem ausweglosen Dilemma klingt, ist es nicht.

Das Problem bei der Veränderung dieser Situation liegt lediglich darin, dass Du als Betroffener den Mut haben musst, Dir selbst einzugestehen, dass es nicht an den anderen liegt und dass es auch kein „Schicksal“ ist, sondern dass Du in der Vergangenheit einen der oben genannten Fehler gemacht hast.

Und Fehler machen wir alle mal.

Es war nicht Deine Schuld, dass es so weit gekommen ist – aber es liegt einzig in Deiner Verantwortung, es zu ändern.

Kein Mensch auf der Welt hat sich jemals aus einer schlechten Situation herausgejammert oder herausgeschmollt… Deine Wut auf die Welt wird Deine Situation nicht verbessern. Wenn Du die innere Größe hast, die Trauer hinter Deiner Wut anzuerkennen und die Missverständnisse aufzulösen, wirst Du Dich aus dieser Situation befreien.

Schau Dir an, wo diese Einstellung ursprünglich entstanden ist und stelle sie dem gegenüber, wie Du Dich aktuell verhältst.

Frage Dich selbst, was ein Mensch, der sich in Dich verlieben können soll möglicherweise braucht – Du bist nicht der einzige, der schlechte Erfahrungen gemacht hat… Jeder Mensch hat eine gewisse „Kontaktblockade“ und ist ein Stück weit misstrauisch. Das hat nichts mit Dir persönlich zu tun – aber wenn Du erwartest, dass Du von anderen „mit offenen Armen“ empfangen wirst und jeder sich so verhalten soll, wie Du es gerne hättest, wird das nicht funktionieren.

Natürlich wäre Coaching eine Unterstützung in diesem Prozess – ich weiß aus Erfahrung, dass nicht jeder Mensch das Budget und/oder den Mut dafür hat.

Ich habe deshalb eine andere Möglichkeit, die ich Dir gerne anbieten möchte – Du selbst entscheidest, ob Du eine positive Veränderung initiieren möchtest. Mein Angebot für Dich ist eine sehr intensive, hilfreiche Hypnose Trance:

Ein 47 Minuten Audio-Programm, dass Dich zurückführt in die Momente, in denen die Wurzel Deines Leides entstanden ist und tiefgreifende, nachhaltige Veränderungen in Gang setzt. In der Regel reichen 2 – 4 Anwendungen dieser Trance, um die tiefsitzenden Prägungen zu lösen, die Dein „schwarzes Loch“ geschaffen haben.

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