Was Lächeln bewirkt und wie das geht:

Kürzlich habe ich eine Email von einer Leserin erhalten, in der sie mich über ihre Bedenken zum Thema Lächeln fragte. Ich könnte mir vorstellen, dass die Antwort auch für Dich interessant sein könnte.

Lächeln bewirkt nämlich einiges – aber vielleicht noch ganz anders, als Du denkst.

Das war die Frage:

„Mir hat neulich jemand gesagt ich sollte mal mehr lächeln. Das stimmt schon, habe ich gedacht:. Aber sollte ich jetzt jeden Mann anlächeln? Ich bin da ein bisschen vorsichtig. Das kann ja auch ganz schnell mal falsch verstanden werden.
Gibt es verschiedene Arten von Lächeln und kann man die üben?“

Meine Antwort:

Liebe XY, zunächst einmal ist eine Sache sehr wichtig:

Alles, was wir tun oder nicht tun, kann von anderen falsch verstanden werden. Sollten wir uns deshalb davon abhalten lassen, es zu tun?

Wenn ein Mann ein Lächeln von Dir zum Beispiel als Aufforderungen zum Beischlaf versteht, dann kann man ihm ja sagen, dass er das falsch verstanden hat. Das wird ohnehin eher selten vorkommen – ich glaube, hier überschätzen viele Menschen, was Lächeln bewirkt.

Bis dahin gilt für mich, dass Lächeln anderen Menschen ein gutes Gefühl vermittelt. Ich bin ein Mensch, der anderen Menschen sehr gerne ein gutes Gefühl vermittelt. Und ich weiß und verstehe, dass Menschen sich zu Menschen hingezogen fühlen, die gute Gefühle vermitteln.  Ich habe kein Problem damit, zu kommunizieren, inwieweit ich bereit bin, aus einer „Anziehung“ eine „Beziehungen“ entstehen zu lassen (oder eben nicht).

Niemand muss Lächeln vor dem Spiegel üben – es ist sehr viel einfacher!

Übung – was Lächeln bewirkt

Stell Dir vor, Du schaust jemanden an und denkst Dir:

„Hey, Du siehst nett aus!“ – und Du lässt den Gesichtsausdruck zu, den dieser Gedanke bei Dir auslösen möchte.

Du kannst jetzt natürlich sehr gerne mal im Spiegel nachprüfen, wie das aussieht… 😉 Am besten macht man das so: Mit geschlossenen Augen vor den Spiegel stellen, sich vorstellen, dass da jemand sehr nett aussieht und man das durch sein Lächeln kommuniziert. Dann dabei die Augen öffnen und sich darüber freuen, dass man gerade so nett angelächelt wird vom eigenen Spiegelbild. Das ist übrigens auch sehr gut für’s Selbstbewusstsein.

Dann könntest Du Dir denken „Du siehst aus, als könntest Du gerade ein Lächeln gebrauchen…!“ und eben genau zu diesem Gedanken lächeln.

Vermutlich sieht dieses Lächeln ein bisschen anders aus, oder?

Kannst Du Dir vorstellen, was dieses Lächeln bewirkt? Vermutlich etwas anderes, als das „Hey, Du siehst nett aus!“ Lächeln…

Und dann kannst Du noch experimentieren mit „Hey, Du scharfer Typ… wenn Du mich jetzt ansprechen würdest, hätte ich nix dagegen…!“

Vermutlich wird auch das von ganz alleine, ohne stundenlange Übung ein anderes Lächeln sein, oder?

Letztlich ist auch ein Gesichtsausdruck Kommunikation – und so wie auch ein Wort oder ein Satz von Menschen in ihrer Welt interpretiert wird, wird auch ein Gesichtsausdruck interpretiert. Und da liegen „Sender“ und „Empfänger“ nicht immer auf der gleichen „Welle“. Aber das ist doch in Wahrheit überhaupt nicht schlimm:

Wenn Dein Lächeln bewirkt, dass der andere sich auf eine Art angesprochen fühlt, die Du nicht gemeint hast, sag einfach „So war das nicht gemeint!“. Und auch bei einem „richtig verstandenen“ Lächeln, hat ja immer noch der Angelächelte die Wahl, wie er (oder sie) auf das Lächeln reagiert.

In meinem Seminar „Komm in Kontakt“ erzähle ich gerne folgende Geschichte:

Stell Dir vor, Du wachst morgens auf und schaust auf Deinen Wecker:

Du stellst fest, dass dieser erst in 20 Minuten klingeln wird – aber Du fühlst Dich gut und ausgeschlafen. Durch die Vorhänge blitzt schon ein bisschen Sonne. Du räkelst Dich und blinzelst und erinnerst Dich daran, dass heute Freitag ist und dass Du alle wichtigen Aufgaben der Woche an sich schon gemacht hast. Kein Stress also… aber dafür ein Termin mit einem Kollegen, den Du magst und mit dem Du immer sehr gute Gespräche hast. Heute Abend bist Du zum Essen eingeladen. Das wird ein toller Tag! Du stehst auf, gehst duschen, machst Dir einen Kaffee… Du verlässt das Haus und Dir kommt jemand entgegen, der Dich freundlich anlächelt.

Was dieses Lächeln bewirkt?

Vermutlich wirst Du Dich freuen. Du wirst Dich bestätigt fühlen und vermutlich Deinerseits zurück lächeln. Oder?

Jetzt stellt Dir eine zweite Situation vor:

Wieder wachst Du auf, schaust auf den Wecker und stellst fest… dass er bereits vor 20 Minuten hätte klingeln sollen. Hat er aber nicht. Du fährst hoch, viel zu schnell und Dein Herz rast. Du ziehst Dich schnell an und rennst ins Bad und willst Dir schnell die Zähne putzen. Mist, die Zahnpasta ist so gut wie alle… Du quetschst den letzten Rest… auf Dein Oberteil. Zurück ins Schlafzimmer, was anderes anziehen. Verdammt, es wird immer später. Es regnet. Wo ist Dein Schirm? Heute ist Mittwoch… du hast einen A… voll Arbeit und einen Termin mit einem ganz blöden Kollegen, der Deine Argumente nie ernst nimmt. Heute Abend will Dich eine Freundin anrufen, die seit 2 Jahren immer nur über ihr Leben jammert aber nix ändert… na toll! Du verlässt das Haus: Viel zu spät, ungeduscht, improvisiert und… Dir kommt jemand entgegen, der Dich freundlich anlächelt.

Was dieses Lächeln bewirkt?

Nun, sind wir ehrlich: Du musst schon ziemlich gut sein, um in diesem Moment umzuschalten und zu denken: Hey, wenigstens lächelt mich jemand an.

Die meisten Menschen denken in diesem Moment wohl eher so etwas wie „Was grinst die dumme Sau so blöd!?“

Und lassen den Gesichtsausdruck zu, denn dieser Gedanke bei ihnen verursacht.

Und nun stell Dir in beiden Fällen mal vor, Du seist der Mensch, der gelächelt hat.

Was also hat Dein Lächeln bewirkt?

Und wer hat die Verantwortung für die Wirkung?

Du lächelst – der andere ist eben zum Beispiel entweder gut drauf oder schlecht, bedürftig oder sexy, dankbar oder eben nicht…

 

Mach Dich unabhängig von dem, was andere denken könnten

Das bedeutet nicht, dass Du ab sofort zum Beispiel keine Kritik mehr annehmen solltest. Es heisst nicht, dass es Dir vollkommen egal sein sollte, was andere denken.

Aber: Benutze das, was andere denken könnten, nicht als Vorwand dafür nicht Dein bestes Selbst zu sein!

Andere denken immer. Ganz egal, was Du tust.

Es wäre doch eine blöde Idee, die Gedanken anderer Menschen dadurch beeinflussen zu wollen, dass Du im vorauseilenden Gehorsam nur noch das machst, was andere möglichst dazu veranlassen sollte, nur noch das zu denken, was Du für richtig hältst.

Tatsächlich ist es ja so, dass jeder Mensch sich eben das denkt, was zu seiner „Welt“ und seiner aktuellen Verfassung passt. Damit müssen wir leben. Denn wir wollten ja auch nicht, dass andere Menschen uns das denken machen können, was sie für richtig halten, oder?

Es geht also darum, wie wir mit Reaktionen von anderen umgehen: Wenn jetzt jemand ganz anders reagiert, als wir uns das wünschen, dann ist das natürlich erstmal nicht so schön. Aber eben auch normal.

Wir könnten uns also fragen: Wofür brauchen wir es, dass andere immer ganz genau so reagieren sollen, wie wir es möchten? Und warum ist das so wichtig? Zu was für eine Art Mensch macht mich das?

(All das sind übrigens auch wichtige Überlegungen, wenn Du Angst vor Ablehnung hast) 

Aus Angst, mit den Reaktionen überfordert zu sein, sind wir dann selbst schnell überfordert und viele Menschen haben sich seit der Pubertät etwas angewöhnt: Sich nichts anmerken lassen! Souveränität vortäuschen!

Wir tun also so, als ob wir den anderen gar nicht bemerken würden… obwohl wir uns eigentlich wünschen, dass dieser andere Mensch etwas nettes für uns täte – ein Lächeln wenigstens… was für ein blödes Spiel. Findest Du nicht?

Können wir nicht aufhören, ständig so zu tun, als ob wir mit der Welt um uns herum nichts zu tun hätten, nur weil wir nicht wissen, wie andere gerade drauf sind? Können wir es nicht endlich lassen, uns cool zu zeigen und unbeeindruckt von allem – weil wir es in Wahrheit doch gar nicht sind!

Nicht umsonst heißt mein Coaching-Programm „Werde echt!“ – weil man sich nur in echte Menschen verlieben kann.

 

Das Geheimnis: Was Lächeln bewirkt – bei Dir!

Das eigentliche Geheimnis des Lächelns liegt darin, dass das Lächeln nicht nur mit der anderen Person etwas macht, sondern vor allem mit uns selbst:

Indem wir Menschen grundsätzlich mit freundlichen, kontaktvollen und offenen Gedanken begegnen, prägen wir uns selbst: Wir sind einfach besser drauf, glücklicher, fröhlicher und auch „bereiter“, wenn unser Lächeln dann mal von „der richtigen Person“ erwidert wird.

Mit anderen Worten: Lächeln bewirkt, dass wir selbst attraktiver werden und uns auch so fühlen.

Und übrigens: Ein „echtes“ Lächeln – also eines, das nicht durch den Gedanken „jetzt muss ich mal lächeln“ – sondern durch einen Gedanken wie „schön Dich zu sehen“ entsteht, das sieht man auch an den Augen…

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